Eisiger Wind gegen Mitteparteien: Nach St.Gallen auch im Thurgau?

Der nationale Trend vom Herbst zieht sich in den Kantonen weiter. Nach St. Gallen sagt Politologe Patrick Emmenegger den kleinen Mitteparteien auch für die Grossratswahlen Thurgau am 10. April nichts Rosiges voraus.

Wahlartikel: Bonbon der BDP nebst Gummibärchen der EVP nebst Lippenbalsam der GLP.

Bildlegende: Der BDP fehlt laut Politologe der Schwerpunkt, die EVP verliert ihre Wählerbasis – einzig die GLP hat noch Chancen. Keystone / Collage SRF

Im St. Galler Kantonsrat verlieren die EVP und die BDP ihre zwei Sitze – die GLP kann zwei von fünf Sitzen halten. Je ähnlicher das politische Profil, desto schwieriger sei der Kampf um die Wählerstimmen, sagt Politiologe Patrick

Emmenegger. Gerade bei der BDP sehe er kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal. Die EVP habe zwar eine treue Wählerschaft, jedoch Mühe ausserhalb Stimmen dazuzugewinnen. Einzig die GLP habe dank ihrer umwelt-wirtschaftlichen klaren Position Chancen in der Zukunft, gehe jedoch oft unter nebst den grossen Parteien.

Rechtsrutsch in St. Gallen

Das Hauptproblem bei den St. Galler Kantonsratswahlen sieht Emmenegger jedoch nicht in den unklaren Parteiprofilen der Mitte, sondern im Rechtsrutsch. Die SVP und FDP hätten der Mitte nicht nur die Sitze, sondern auch die Stimmen abgeworben.

«  Viele Mittewähler sind nach rechts verschwunden. »

Patrick Emmenegger
Politologe

Eisiger Wind im Thurgau

«Den kleinen Mitteparteien könnte es im Thurgau ähnlich ergehen wie in St. Gallen», so Emmenegger. Ein Vorteil im Thurgau seien Listenverbindungen, diese könnten den einen oder anderen Sitz der Mitteparteien retten.