Fäkalbakterien im Wasser: Kritik gegen Schwellbrunner Gemeinderat

Bei einer Stichprobe Mitte Juli wurden im Trinkwasser der Gemeinde Schwellbrunn Fäkalbakterien gefunden. Der Gemeinderat verfasste darauf ein Flugblatt, welches nach fünf Tagen in den Briefkästen der Bevölkerung angekommen ist. Zu spät, findet das Lebensmittelinspektorat.

Blick auf Schwellbrunn.

Bildlegende: Der Schwellbrunner Gemeinderat reagiert auf die Kritik und diskutiert den Fall an der nächsten Sitzung. SRF

«Die Alarmierung hat ganz sicher viel zu lange gedauert», bemängelt der Leiter des Lebensmittelinspektorats beider Appenzell, Christian Wagner. Ein Notfallkonzept sei zwar vorhanden gewesen, allerdings zu wenig detailliert. «Der Teufel liegt meist im Detail», so Wagner gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF 1.

«Wir waren uns nicht bewusst, dass die Post zur Verteilung des Flugblatts so lange braucht», erklärt der zuständige Gemeinderat Stephan Lüchinger. Die Bedrohung sei aber nicht akut gewesen, betont Lüchinger. «Wenn es sehr bedrohlich gewesen wäre, hätte man die Flugblätter am selben Tag mit der Feuerwehr verteilt.» Für Lebensmittelinspektor Christian Wagner eine schwierige Aussage, schliesslich müsse man auch an die Schwächsten denken, Babys und ältere Menschen.

Der Gemeinderat von Schwellbrunn will nun das Thema Notfallkonzept an seiner nächsten Sitzung besprechen.