Geschichten rund um die Innerrhoder Alpen

188 Alpen gibt es im Kanton Appenzell Innerrhoden. Im Alpkataster sind die Alpen zusammengefasst. Ein Buch, das in kurzer Zeit zu einem Bestseller wurde. Geschrieben hat es der ehemalige Landeshauptmann Josef Inauen.

Der erste Alpkataster wurde 1893 von Kantonsförster Karl Kobelt im Auftrag des Bundes verfasst, weitere Werke folgten 1927 (von Landeshauptmann Franz Manser) und 1968 (von Kurt Schmidli). Die letzte Ausgabe hat der ehemalige Landeshauptmann Josef Inauen um die Jahrtausendwende geschrieben; die zwei Auflagen des Buches waren schnell vergriffen. Nach seinem Rücktritt aus der Innerrhoder Regierung hat sich Inauen vor zehn Jahren an die Überarbeitung des Nachschlagewerkes gemacht. Das 400 Seiten starke Buch ist inzwischen ein Bestseller.

Landwirtschaftsdirektor und Buchautor

Josef Inauen hat als Autor bereits fünf Standardwerke zu Land- und Forstwirtschaft und über Volkskultur geschrieben – über Heimweiden, über Holzkorporationen und Flurgenossenschaften, zu Bildstöcken und Kapellen und ein Werkverzeichnis zum Bauernmaler «Mölpis Sepp» (Josef Manser 1911-2005).

Der bald 78-jährige Inauen ist in einfachen Verhältnissen auf dem elterlichen Bauernhof im Grund (Bezirk Schwende) aufgewachsen. Er besuchte während sieben Jahren nur halbtags die Schule, wurde später Sekretär von Landeshauptmann Johann Koch und 1982 dessen Nachfolger. Sein Amt als Land- und Forstwirtschaftsdirektor übte er bis 2002 aus.

207 Käse für das Kloster St.Gallen

«Die Alpwirtschaft ist im Kanton Appenzell Innerrhoden von grosser Bedeutung», sagt Inauen. Über 45 Quadratkilometer im Kanton Appenzell Innerrhoden seien Alpen. Das sind mehr als ein Viertel der Kantonsfläche. 188 Alpen befinden sich auf diesem Gebiet. Dazu kommen die Berggasthäuser. «Die Alpen waren schon früh wichtig», so Inauen. Urkundlich erwähnt ist die Alp Sämtis bereits im Jahr 868. Das Kloster St. Gallen schätzte die Alp-Produkte sehr. So mussten die Sennen dem Kloster 207 Käse abgeben.

Auch in den vergangenen Jahren haben sich die Alpen stark verändert. Durch den Verkauf von Milchprodukten (40 Alpen) und das Anbieten von Schlafstellen (35 Alpen) würden sich die Sennen einen Zusatzverdienst erarbeiten, so Inauen.

Bestossungszahlen 2012 - 2000 - 1893

201220001893
Kühe168317432340
Rinder289629811907
Zuchtstiere41115
Ziegen5385361700
Schafe616940831
Pferde4134

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr