Glarner Flüchtlingslehre umstritten

Als einer der ersten Kantone will Glarus eine Berufsausbildung für Flüchtlinge anbieten. Damit die Idee funktioniert, müssen auch Vertreter der Wirtschaft mitmachen. Doch beim Gewerbe hält sich die Begeisterung in Grenzen.

Koch richtet Braten mit Kartoffelstock an.

Bildlegende: Ausbildungsplätze werden unter anderem in der Gastro-Branche gesucht. Keystone

Der Kanton Glarus will junge Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene besser integrieren und arbeitet dazu an einem Konzept für eine Flüchtlingslehre. Damit das Projekt zum Erfolg wird, braucht es auch die Unterstützung der Wirtschaft: Entscheidend ist die Bereitschaft der Branchen und Betriebe, jungen Flüchtlingen einen Ausbildungsplatz anzubieten.

Gewerbe stellt Forderungen

Beim Glarner Gewerbeverband hält sich die Begeisterung für das Projekt in Grenzen. «Manche Betriebe sind schlicht zu klein, als dass sie auch noch eine spezielle Lehrstelle für Flüchtlinge anbieten könnten», sagt Andrea Trümpy, Präsidentin des Gewerbeverbandes. Noch sei das letzte Wort nicht gesprochen, doch sie sehe eher Probleme als Chancen. «Realistischer wäre die Idee, wenn der Kanton die Lehrbetriebe in grossem Mass unterstützt.» Die Gewerbepräsidentin denkt etwa an einen Mentor, der die Lehrlinge eng betreuen würde.

Der Bund lanciert Pilotprojekt

Auch der Bund will die Lehre für Flüchtlinge unterstützen. Er lancierte dazu im Dezember ein Pilotprojekt. Dazu hatte der Bund 54 Millionen Franken gesprochen.