Herkömmliche Stromzähler haben bald ausgedient

Wie viel Strom brauche ich und wann wie viel? Dies können die intelligenten Stromzähler, Smart Meter genannt, messen. Die Technologie gehört zur Energiezukunft und könnte auch eine Massnahme der Energiestrategie des Bundes sein. Auf alle Fälle werden sie immer mehr eingesetzt - nicht unumstritten.

Der Smart Meter ist ein ein elektronisches weisses Kästchen

Bildlegende: Im Versorgungsgebiet der SAK werden in den nächsten zehn Jahren 70'000 Smart Meter installiert. SAK

Die Zeiten, als die Mitarbeiter der Elektrizitätswerke in die Häuser gingen um die Stromzähler abzulesen, sind bald vorbei. Diese Aufgabe übernehmen an immer mehr Orten die sogenannten Smart Meter. So führen die SAK, die St. Gallisch-Appenzellische-Kraftwerke, bis 2025 das neue System in allen Haushalten im Versorgungsgebiet ein.

Dadurch entfalle einerseits das manuelle Ablesen und Steuern, und auch die in die Jahre gekommene Rundsteuerung könne kostenneutral ersetzt werden, so Jürg Solenthaler, Leiter Netz der SAK. Mit dieser Technologie sei man für die Zukunft gerüstet.

Fragen beim Datenschutz

Die intelligenten Stromzähler sorgen vor allem beim Thema Datenschutz für Gesprächsstoff. Denn sie liefern im Viertelstundentakt Daten. Dadurch können die Elektrizitätswerke einerseits den Stromverbrauch sehen, andererseits eine Verbrauchskurve, also wann wird Strom gebraucht. Frau Meier verlässt am Morgen um 07:00 Uhr das Haus, bleibt über den Mittag bei der Arbeit und kommt um 19:00 Uhr wieder nach Hause, da um diese Uhrzeit die Stromkurve wieder ausbricht. Anhand dieser Daten kann aber nicht gesagt werden, ob Frau Meier nun kocht oder am Computer sitzt.

Datenschutz sei wichtig, betont Jürg Solenthaler. Deshalb werden die Daten psyeudonimisiert, sie sind also nicht mit einer Adresse versehen, erst auf dem Server der SAK werden die Daten dem Nutzer zu geordnet. So kann verhindert werden, dass die Daten auf dem Weg zum Server missbraucht werden. Die Daten seien lediglich für die Rechnungsstellung relevant und dafür, dass die SAK genauer Prognosen für den Stromverbrauch machen kann, so Jürg Solenthaler.

Die Smart Meter an sich könnten mehr. Sie könnten als Schnittstelle dienen, um Geräte in der Wohnung zu steuern. Dafür bräuchte man aber zusätzliche Geräte und die Einwilligung der Kunden. Dies sei Zukunftsmusik. Für den Moment reiche es, dass man bei einem Mieterwechsel unkompliziert und schnell den tatsächlichen Stromverbrauch auf den Tag genau ablesen könne.