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Hochspezialisierte Medizin Glarus soll keine komplexen Operationen mehr machen

Sicht auf OP-Türe
Legende: Das Kantonsspital Glarus will Operationen am Enddarm weiterhin durchführen können. Keystone

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren veröffentlichte heute eine Liste mit den Spitälern, die weiterhin hochspezialisierte Operationen an der Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre, Leber und am Enddarm durchführen dürfen. Um diese Operationen durchzuführen, soll ein Spital mindestens zwölf solche Fälle behandeln.

SRF News: Das Kantonsspital Glarus ist nicht auf dieser Liste. Wie ist das für sie?

Markus Hauser: Das habe ich erwartet. Wir sind ganz klar nicht gegen die Zentralisierung der hochspezialisierten Medizin. Wir wollen zum Beispiel bei der Speiseröhre auch nicht auf diese Liste kommen. Aber die Enddarm-Operation gehört für uns ganz klar nicht zur hochspezialisierten Medizin. Für den Leistungsauftrag dafür werden wir deshalb bis zum Schluss kämpfen.

Warum sind die Enddarm-Operationen aus ihrer Sicht keine hochspezialisierten Operationen?

Weil diese Operation sehr häufig durchgeführt wird, weil es jeder Viszeralchirurg in der Ausbildung lernt und weil es auch keine wahnsinnig komplexe Operation ist.

Diese Liste ist noch nicht definitiv, die Anhörung dazu startet nun. Wie geht das Kantonsspital Glarus nun vor?

Wir werden sicher den Bericht dazu lesen und uns in der Vernehmlassung äussern. Falls wir nicht auf die Liste der Enddarm-Operationen kommen, werden wir höchstwahrscheinlich Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einreichen.

Zur Person

Markus Hauser ist seit 2008 Direktor des Spitals Glarus. Von 1997 bis 2005 war er Direktionssekretär der kantonalen Sanitäts- und Fürsorgedirektion.

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