«Innerrhoden will einen starken Landammann»

Im Zusammenhang mit den Mauschelei-Vorwürfen an die Innerrhoder Landammänner kommen auch wieder deren Interessensverbindungen und das Innerrhoder Polit-System zur Sprache. Historiker und Innerrhoder Ständerat Ivo Bischofberger sieht darin grundsätzlich kein Problem.

Die Innerrhoder Landsgemeinde aus der Vogelperspektive.

Bildlegende: Die Innerrhoder Landsgemeinde wählt jedes Jahr den Landammann neu. Keystone

Dass Mitglieder der Regierung auch Verwaltungsratsmandate annehmen, sei in einem kleinräumigen Kanton wie Appenzell Innerrhoden vertretbar. «Es gibt aber klare Rahmenbedingungen, gesetzliche Grundlagen und Kontrollorgane», sagt Ivo Bischofberger, Historiker und Ständerat, im Gespräch mit der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von SRF1.

Einem Wechsel von Teilzeit- auf Vollzeitämter steht Bischofberger eher skeptisch gegenüber. Dabei dürfe man die Konsequenzen nicht ausser Acht lassen, wie sich ein Vollamt auf Person und Amt auswirken könnte und wie auf die Finanzen.

Angesprochen auf die rund 30jährige Amtszeit des Landammanns Carlo Schmid sagt Bischofberger: «Innerrhoden will einen starken Landammann. Schmid hat Erfahrung, politische Kompetenzen - das führt zu Macht.» Zudem musste Schmid sich jedes Jahr neu der Landsgemeinde stellen. Diese bestätigte ihn durch Wiederwahlen.

«Innerrhoden ist immer noch eine Demokratie, keine Monarchie»

Auch wenn der abtretende Landammann Schmid gerne als «König von Innerrhoden» betitelt wird, von negativen Konsequenzen dieses Systems der langjährigen Führung will Bischofberger nicht sprechen. Die Diskussionen rund um die Mauschelei-Vorwürfe des ehemaligen Säckelmeisters Sepp Moser gegen die beiden Landammänner Carlo Schmid und Daniel Fässler sollen nun sachlich behandelt und nicht emotional hochgeschaukelt werden.