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Kantonspolizei St. Gallen Gewalttaten frühzeitig verhindern

Zusammen mit einem kleinen Team überprüft und begleitet Manuel Niederhäuser von der Kantonspolizei St. Gallen seit Anfang Jahr Personen, bei denen der Verdacht eines erhöhten Gewaltpotenzials besteht.

Man weiss heutzutage, dass es bei zielgerichteter Gewalt häufig Vorzeichen gibt
Autor: Manuel NiederhäuserProjektleiter des Bedrohungs- und Risikomanagements Kapo SG

Ziel des Projekts ist es, frühzeitig eine Risikosituation zu erkennen, diese einzuordnen und gegebenenfalls zu entschärfen.

Es werden Hinweise auf auffällige Personen von verschiedenen Seiten, sei es im Fall einer Drohung gegen Beamte oder im Rahmen häuslicher Gewalt, entgegengenommen, sagt Niederhäuser weiter.

Neu gilt das Motto: So lange nichts passiert, haben wir noch Zeit etwas zu unternehmen.
Autor: Manuel Niederhäuser

Schon früher hatte die Polizei in solchen Fällen Mittel um zu intervenieren. Neu werden Massnahmen aber unabhängig eines Strafverfahrens beschlossen. Früher habe sich die Polizei oft rechtfertigen müssen, dass sie nichts machen könne, solange nichts passiert sei, so Manuel Niederhäuser.

Bedarf ausgewiesen

Im 2017 wurden im Kanton St.Gallen rund 40 auffällige Personen auf ihr Gewaltpotenzial hin überprüft und begleitet. Seit der Lancierung des neuen Projekts im Januar sind es eben so viele. Bis Ende Jahr rechnet die Kantonspolizei St. Gallen mit einer dreistelligen Zahl an Personen, die überprüft werden sollen. Laut dem Projektverantwortlichen ist der Bedarf an professioneller Gewaltprävention ausgewiesen. Den vollumfänglichen Dienst soll das Bedrohungs- und Risikomanagement der Kantonspolizei St.Gallen ab Anfang 2019 aufnehmen.