Kein Stresstest für Lehrer in der Ostschweiz

Wer ein Jahr an einer Pädagogischen Hochschule studiert, kostet den Staat über 20 000 Franken. Verständlich, dass die Hochschulen deshalb die Zahl der Studienabbrecher möglichst tief halten will. Die PH Nordwestschweiz will mit einem Stresstest die Eignung abklären - nicht so St.Gallen und Thurgau.

Schulzimmer mit Lehrerin

Bildlegende: Der Druck auf die Lehrer durch Schüler und Eltern steigt. Keystone

Vier Jahre nach dem Abschluss hören ein Fünftel aller Abgänger einer Pädagogischen Hochschule mit dem Lehrerberuf wieder auf. Während dem Studium sind es rund 15 Prozent. Die Antworten der Pädagogischen Hochschulen in der Schweiz, wie man diese Abbruchquote verringern kann, sind verschieden. Die PH Nordwestschweiz will in einem Assessment die Studierenden einem Stresstest unterziehen. Ein Assessment dauert ungefähr einen Tag, hat aber langfristige Auswirkungen. Denn es entscheidet darüber, ob der Studierende den Beruf des Lehrers ergreifen darf.

Ein Stresstest ist eine Momentaufnahme

Weil ein Stresstest nur eine Momentaufnahme sei, greife er viel zu kurz, sagen die Verantwortlichen der PH Thurgau und St. Gallen. An beiden Hochschulen werden Eignungsabklärungen im ersten Studienjahr bevorzugt. Der Prorektor der Pädagogischen Hochschule Thurgau vergleicht ein Assessment eher mit einer Sparmassnahme. Damit könne man die Anzahl der Studierenden begrenzen. Es sei aber schwierig, in einem Assessment herauszufinden, ob sich jemand für den Beruf eines Lehrers eigne.