Konstanzer Ärger über Einkaufstouristen nimmt zu

Verstopfte Strassen, besetzte Parkplätze und Schlange stehen im Supermarkt: Im deutschen Konstanz ist man auf Schweizer Einkaufstouristen derzeit besonders schlecht zu sprechen. Die Stimmung ist gereizt. Mittlerweile hat sich bereits Widerstand im Internet formiert.

Schweizer Einkaufstouristen stürmen jedes Wochenende die Geschäfte in Konstanz.

Bildlegende: Schweizer Einkaufstouristen stürmen jedes Wochenende die Geschäfte in Konstanz. Keystone

Der Einkaufstourismus belastet das Verhältnis zwischen Süddeutschen und Schweizern zunehmends: «Die Schweizer nehmen uns unsere Parkplätze weg und sie sind sehr arrogant im Auftreten», mokiert sich ein Konstanzer Einwohner.

Aus Sympathie gegenüber den Schweizern wird in der deutschen Grenzstadt allmählich Abneigung. Davon zeugt nun auch eine anonyme Facebookgruppe, die im Internet Stimmung macht gegen Einkaufstouristen aus der Schweiz.

Ein schwieriges Verhältnis

Die Beziehung zwischen Deutschen und Schweizern in der Grenzstadt Konstanz am Bodensee ist so belastet wie lange nicht mehr. Der Konstanzer Journalist und Historiker Tobias Engelsing hat mehrere Bücher über das Verhältnis der beiden Nachbarstaaten geschrieben. Er ruft zur Besinnung auf: «Ein Schweiz-Bashing ist blödsinning. Wir sind ein gemeinsamer Kulturraum. Das sollten wir nicht kaputtmachen.»

Hinzu kommt, dass das Problem in Konstanz auch hausgemacht sein könnte. Im Thurgau leben 260'000 Menschen, darunter 20'000 Deutsche. Wenn sich Konstanzer also über die vielen Autos mit Thurgauer Kennzeichen aufregen, könnte sich der Ärger auch gegen die eigenen Landsleute richten.