Ländliche Gebiete ziehen beim Thurgauer ÖV den Kürzeren

Der Kanton Thurgau will den öffentlichen Verkehr ausbauen. Ein ÖV-Konzept ist zur Zeit in der Vernehmlassung. Die urbanen Zentren und Agglomerationen profitieren. Auf dem Land wird dagegen nicht weiter ausgebaut. Es gibt auch Verlierer. Zum Beispiel die Gemeinde Tägerwilen am Bodensee.

Ansicht von Tägerwilen

Bildlegende: Der Gemeindepräsident von Tägerwilen will sich für Alternativen zur Buslinie 907 nach Kreuzlingen einsetzen. Wikimedia

Die Buslinie 907 verbindet Kreuzlingen mit der Nachbargemeinde Tägerwilen. Eine Linie, die nach den Vorgaben des Kanton weder genügend Leute transportiert noch die Kosten deckt. Deshalb soll sie auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2018 aufgehoben werden. «Das wäre ein grosser Verlust für die Gemeinde Tägerwilen», sagt Gemeindepräsident Markus Thalmann. Man wolle nun das Gespräch mit der Stadt Kreuzlingen suchen und über Alternativen reden.

Fokus liegt auf Zentren und Agglomerationen

Die Linie 907 ist eine von drei Buslinien im Kanton Thurgau, die aufgehoben werden sollen. Unter dem Strich, betont der Leiter des Amtes für öffentlichen Verkehr, Werner Müller, bleibe das Angebot auf dem Land aber praktisch gleich.

Das Ziel des Kantons ist es, dass möglichst viele Menschen vom Auto auf den Zug oder Bus umsteigen und das könne man besser fördern, wenn man den öffentlichen Verkehr in den Zentren und Agglomerationen ausbaue, sagt Werner Müller gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» auf Radio SRF1.

Das ÖV-Konzept des Kantons Thurgau ist zur Zeit in der Vernehmlassung. Die Frist läuft bis zum 4. Dezember.