Lässt ein Fungizid die Weinblätter welken?

Das Pilzschutzmittel «Moon Privilege» steht im Verdacht, Rebblätter zu deformieren und das Ausbilden von Früchten zu verhindern. Nun reagiert Bayer: Bis auf weiteres sollen die Weinbauern auf den Einsatz des Fungizids verzichten. Aus der Ostschweiz sind zahlreiche Schadenmeldungen eingegangen.

Deformiertes Blatt

Bildlegende: Nach dem Einsatz von «Moon Privilege» hat sich das Blauburgunder-Blatt verformt. Plantahof

Das Fungizid «Moon Privilege» ist seit Februar 2014 in der Schweiz zugelassen. In diesem Jahr haben mehrere Bauern das Pilzschutzmittel erstmals flächendeckend eingesetzt. Nur wenige Tage später verformten sich die Blätter der Weinreben, und unvollständige Blüten trieben aus. Inzwischen klagen mehrere Winzer über deutlich weniger Früchte.

Nun reagiert das Herstellerunternehmen Bayer: «Wir empfehlen Moon Privilege vorerst aus Vorsichtsgründen im Weinbau nicht einzusetzen», sagt Barbara Zimmermann von Bayer Schweiz. Derzeit untersuche man, weshalb es zu den Deformationen gekommen sei. Möglich sei, dass die Kombination mit einem anderen Mittel die Schäden verursache, aber auch eine Nebenwirkung von «Moon Privilege» wird nicht ausgeschlossen.

«Moon Privilege»

Das Fungizid gehört zu einer neuen Wirkstoffklasse. Es hemmt die Bildung von Pilzen indem es die Zellatmung behindert. 2014 wurde es in der Schweiz unter dem Namen «Moon Privilege» zugelassen, in Deutschland als «Luna Privilege». Wissenschaftlich ist es unter dem Namen Fluopyram eingetragen.