Lichttextilien: St. Galler Weltneuheit

Die St. Galler Stickerei setzt zu einem Höhenflug an. Mit Lichttextilien begeht Forster Rohner Neuland. Die Textilindustrie machte vor 100 Jahren Ostschweizer Unternehmen reich. Seit dem zweiten Weltkrieg aber ist die Blütezeit vorbei. High-Tech soll der Stickereiindustrie nun das Überleben sichern.

Jan Zimmermann und Ueli Forster (von links nach rechts) mit einer Leuchttextilie aus der High-Tech-Produktion.

Bildlegende: Jan Zimmermann und Ueli Forster (von links nach rechts) mit einer Leuchttextilie aus der High-Tech-Produktion. SRF

Man nehme ein T-Shirt, versetze den Stoff mit kleinsten LED-Lämpchen und schon ist das erste Bekleidungsstück parat, das per Smartphone individuelle Motive aufleuchten lässt: «Mit einer App bespielt man das T-Shirt und lässt Schriftzüge aufleuchten, die jederzeit abgeändert werden können», erklärt Jan Zimmermann, Leiter Textiles Innovations beim Stickereiunternehmen Forster Rohner in St. Gallen.

Sieben Jahre Forschungs-und Entwicklungsarbeit

Lange hat das Unternehmen geforscht nun sind diese Lichttextilien marktfreif. Firmenchef Ueli Forster geht davon aus, dass sich diese Innovation zu einem wichtigen Standbein entwickelt: «Ich will der Branche zeigen, dass die Stickerei noch lange nicht tot ist und noch vieles in sich birgt.» Forster Rohner macht den Hauptumsatz traditionellerweise mit Stickereien für Spitzennunterwäsche und Oberbekleidung für Damen. Im Gegensatz zur traditionellen Stickerei wirft das neue High-Tech-Geschäft noch kein Geld ab.

Die Lichttextilien sind mit LED-Lämpchen ausgestattet und bestehen aus gestickten Bahnen, die den Strom leiten und waschmaschinentauglich sein müssen. Produziert werden die Lichttextilien auf herkömmlichen Stickereimaschinen. Forster Rohner wurde unlängst an einer internationalen Fachmesse in Frankfurt für seine innovativen LED-Textilien ausgezeichnet. Der Patron, Ueli Forster hofft darauf, die St. Galler Stickereiindustrie damit zu erhalten und entscheidend weiterzuentwickeln.