Liechtensteins Umgang mit dem starken Franken

Der starke Franken hat nicht nur Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft, auch das Fürstentum Liechtenstein leidet unter dem Franken-Schock. Allerdings scheint das Leiden im Ländle weniger heftig zu sein, als in der Schweiz. Was macht Liechtenstein anders?

Der Liechtensteiner Regierungschef Adrian Hasler im Interview mit SRF-Journalist Sascha Zürcher.

Bildlegende: Der Liechtensteiner Regierungschef Adrian Hasler im Interview mit SRF-Journalist Sascha Zürcher. SRF

Triesen oberhalb von Vaduz: Hier liegt das 4-Sterne-Hotel Meierhof. Während Schweizer Hotels wegen der Frankenstärke Einbussen von bis zu 30 Prozent beklagen, blieb der Tourismus in Liechtenstein von grossen Erschütterungen verschont. Das habe gute Gründe, sagt Valentin Kirchhofer, Vorstandsmitglied des Liechtensteiner Hotel-und Gastronomieverbands: «Wir sind nicht besser als die Schweizer. Aber wir sind vorwiegend auf Businessgäste ausgerichtet.» Nur gerade zehn Prozent weniger Umsatz machte das Hotel Meierhof im laufenden Jahr wegen des starken Frankens. Das Ende des Euro-Mindestkurses bedeutete für den Liechtensteiner Tourismus also nicht den Anfang der Krise.

Regierung greift Firmen unter die Arme

Kleine und mittlere Betriebe zollen dem schwachen Euro Tribut. Die liechtensteinische Landesregierung will deshalb vor allem die Zusammenarbeit mit der Schweiz ankurbeln. Regierungschef Adrian Hasler: «Wir müssen die Bürokratie abbauen, um die Wirtschaft zu fördern.» Ausserdem werden die Betriebe vorderhand vor weiteren Abgaben an den Staat verschont. Die geplante Erhöhung der Förder-Abgaben auf Strom von 1 auf 1,5 Rappen pro Kilowattstunde wird wegen der Frankenstärke hinausgezögert.

Als eher ungewöhnliche Massnahme hat die Regierung von Adrian Hasler in diesem Zusammenhang auch die obligatorischen Liftkontrollen in Geschäftsgebäuden gestrichen: «Jeder Hausbesitzer muss nun eigenverantwortlich handeln. Bis jetzt mussten die Lifte pro Jahr vier bis sechs Mal kontrolliert und gewartet werden. Entfallen diese Kontrollen, können Private und Firmen viel Geld sparen.»

Zweitgrösster Arbeitgeber trotzt der Krise

Der Werkzeughersteller Hilti beschäftigt an seinem Hauptsitz in Schaan 1700 Mitarbeiter. Der starke Franken hat das Betriebsergebnis zwar um acht Prozent und den Reingewinn um zwölf Prozent reduziert. Dennoch stimmt Jörg Kampmeyer, Mitglied der Hilti-Konzernleitung, kein Klagelied an: «Wir haben die Krise gut überstanden. Gerade auch weil wir 250 Arbeitsplätze ins Ausland ausserhalb Europas verlagerten.»