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NS-Raubkunst St. Galler Museum übergibt Silberpokale an Erben

Das Historische und Völkerkundemuseum St. Gallen hat zwei silberne Pokale in Segelschiff-Form an die Erben der jüdischen Kunstsammlerin Emma Budge übergeben. Die beiden Pokale seien vor dem zweiten Weltkrieg von der Gestapo faktisch konfisziert worden.

Zwei Silberschiffe
Legende: Diese beiden Silberschiffe hat das Museum an die Erben von Emma Budge zurück gegeben. ZVG HVM

Die Sammlung: Seit 2010 arbeitet das Historische und Völkerkundemuseum (HVM) die Herkunft seiner Objekte auf. Das Museum hatte vom Transportunternehmer Giovanni Züst 1967 eine Silbersammlung mit 140 Objekten geschenkt erhalten, wie das Museum am Montag mitteilte. Bei zwei Objekten stellte sich heraus, dass es sich um NS-Raubkunst handelte.

Die Pokale: Die beiden Pokale in Segelschiff-Form gehörten zur Kunstsammlung von Emma Budge (1852 bis 1937), einer jüdischen Sammlerin und Mäzenin in Hamburg. Sie waren 1937 in Berlin versteigert worden. Der Erlös der Versteigerung floss auf ein staatlich kontrolliertes Sperrkonto. Über den Verkaufserlös konnten die berechtigten Erben zu keinem Zeitpunkt frei verfügen. Dies komme deshalb einer Konfiskation, also Beschlagnahmung, durch die Nationalsozialisten gleich, so das Museum.

Die Übergabe: Am Montagnachmittag hat das HVM die beiden Objekte den Erben der jüdischen Kunstsammlerin Emma Budge entschädigungslos zurückgegeben. Die Initiative für die Rückgabe sei vom Museum gekommen, es habe sich aus freien Stücken bei den Erbberechtigten gemeldet, heisst es in der Mitteilung weiter.

Washingtoner Richtlinien

Die Eidgenossenschaft hat mit Verabschiedung der Washingtoner Richtlinien 1998 erklärt, dass sie der Aufarbeitung der NS-Raubkunst-Problematik grosse Bedeutung zumisst. Dabei geht es um den Umgang von Museen und Sammlern mit NS-Raubkunst und darum, dass diese Gegenständen den rechtmässigen Besitzern zurückgegeben werden sollen.

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