Ostschweiz als blinder Fleck in Schweizer Tourismusbroschüre

In einer neuen Broschüre von «Schweiz Tourismus» ist die Ostschweiz nicht vertreten. Ein Ärgernis, finden die betroffenen Tourismus-Organisationen. Denn so werde ein falsches Bild vermittelt. Aber: Die Ostschweiz hat sichdas selber eingebrockt.

Aussicht auf Bodensee

Bildlegende: Bereits in der Vergangenheit hat die Ostschweiz das günstigere Leistungspaket bei Schweiz Tourismus gebucht. zvg

«Die 45 besten Tipps für Urlaub in der Schweiz», so heisst die neue Broschüre von «Schweiz Tourismus». Wandern im Wallis, eine Stadtbesichtigung in Bellinzona oder ein Restaurantbesuch in Poschiavo. Die Ideen sind vielfältig und über die ganze Schweiz verteilt. Fast, denn die Ostschweiz fehlt komplett.

Der Grund dafür ist einfach: «Schweiz Tourismus» bietet verschiedene Werbepakete an. Die Ostschweiz hat das günstigere Paket gewählt, welches auch weniger Leistungen enthält. Trotzdem sind die Ostschweizer Tourismus-Organisationen unzufrieden. Mit der Broschüre werde nämlich ein völlig falsches Bild von der Schweiz vermittelt, sind sich die Touristiker einig.

«  Man kann nicht sagen, dass uns Schweiz Tourismus böswillig nicht unterstützt. »

Frank Bumann
Direktor St. Gallen-Bodensee Tourismus

Für Alain Suter von «Schweiz Tourismus» ist die Reaktion aus der Ostschweiz verständlich. Gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» von SRF 1 relativiert er aber:

«Unsere Gäste beschränken sich nicht nur auf eine Broschüre.» So spiele auch das Internet eine grosse Rolle und dort sei die Ostschweiz gut vertreten. Und so gibt sich auch Frank Bumann, Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus versöhnlich.

«Schweiz Tourismus» lasse die Ostschweiz nicht böswillig aussen vor. Wer mehr zahle, bekomme eben auch mehr Leistungen. So seien die Regeln. Für die Zukunft wünscht er sich deshalb mehr Geld, damit man die «Plattformen auch genügend abdecken» könne.