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Plastik von Siloballen Dem Abfallberg den Kampf ansagen

  • Schweizweit fallen im Jahr rund 6'000 Tonnen Plastik von Siloballen an.
  • Der Grossteil davon wird in die Kehrichtverbrennung gegeben.
  • Der Schweizer Bauernverband möchte dies ändern und die Recycling-Rate steigern - mit einer vorgezogenen Gebühr.
Haufen mit Siloballen
Legende: Für viele Bauern ist es einfacher, die Plastikabfälle der Siloballen in die Kehrichtverbrennung zu geben. Key

Ähnlich wie bei Elektrogeräten würde der Bauer schon beim Kauf des Siloballenplastiks einen Aufschlag bezahlen. Das Geld würde in einen Fonds fliessen, aus welchem schliesslich die Sammlung, der Transport und die Rezyklierung des Plastiks finanziert würden. Wer also das Plastik doch in die Kehrichtverbrennung gibt, würde doppelt bezahlen.

Mit diesem Anreiz können wir die Bauern vom Recycling überzeugen.
Autor: Markus RitterPräsident Schweizer Bauernverband

Die Entsorgung mit der Kehrichtverbrennung kostet einen durchschnittlichen Betrieb im Jahr zwischen 115 und 210 Franken, wie der Bauernverband erhoben hat. Die vorgezogenen Gebühren dürften auch in diesem Rahmen liegen.

Offene Fragen bei Händler und Lohnunternehmer

In der Arbeitsgruppe des Schweizer Bauernverbandes sind auch die Händler des Siloplastiks und die Lohnunternehmer dabei, welche für die Bauern die Siloballen wickeln. Sie sind noch nicht alle begeistert von der vorgezogenen Gebühr.

Sorgen machen mögliche Trittbrettfahrer, wenn der Plastik günstig im Ausland gekauft und ohne die Gebühr zu Dumpingpreisen an die Bauern verkauft würde. Weiter sei noch nicht genug geklärt, wie die Logistik für die Plastiksammlung gelöst wird. Die einzige Recyclinganlage der Schweiz, die aus solchem Plastik Granulat herstellt, liegt in Eschlikon im Kanton Thurgau.

Diese Fragen werden in der Arbeitsgruppe behandelt. Markus Ritter hofft, dass die vorgezogene Gebühr im nächsten Jahr eingeführt werden kann und die Bauern ihren Anteil am Klimaschutz leisten können.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Marcel Aschmann (amar)
    Die Bauern könnten einen erheblich grösseren Anteil am Umweltschutz beitragen wenn Sie ganz auf diese Art der Futterlagerung in Plastikballen verzichten würden. Erinnert euch zurück, es könnte auch Heute wieder so gemacht werden. Zumal die ganze Welt im Plastikmüll zu ersticken droht (Artikel von letzter Woche).
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