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Legende: Audio «Am Rundlauf konnte man schon viel Schabernack machen» abspielen. Laufzeit 02:52 Minuten.
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 06.08.2019.
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Rennen und Fliegen Das Relikt in der Badi

Früher gehörte der Rundlauf zur Ausstattung einer Badi wie das Schwimmbad selbst. Heute gibt es ihn kaum mehr.

Aufgeschlagene Zehen, blutige Knie, kaum mehr Kraft in den Armen - so erging es wohl vielen Kindern, nachdem sie einige Stunden in der Badi am Rundlauf verbracht hatten. Der Rundlauf, ein Gerät mit einer sechs Meter hohen Stange in der Mitte, sechs Seilen und drei Holzsprossen. Heute ist der Rundlauf in den Badis kaum mehr anzutreffen. Aber warum eigentlich?

Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, hilft ein Besuch bei der Firma Alder und Eisenhut in Ebnat-Kappel im Toggenburg. Diese stellt Sportgeräte her und hat früher auch Rundläufe verkauft.

Erstmals 1875 erwähnt

Erstmals erwähnt wird der Rundlauf im Buch «Die weibliche Turnschule» von 1875. Der Rundlauf wurde damals als Gerät ausschliesslich für Mädchen angepriesen, um Schrittfolgen und Haltung zu trainieren. Von Spass und Fliegen keine Rede. Eine Preisliste von Alder und Eisenhut aus dem Jahr 1891 zeigt, dass der Rundlauf damals, je nach Ausführung, zwischen 70 und 90 Franken gekostet hat.

1935 war der Rundlauf bereits etwas teurer. In einem Prospekt für Freizeit- und Turngeräte war der Rundlauf ebenfalls aufgeführt - für 270 Franken. Das letzte Mal erwähnt wird das Turngerät dann 1995, ebenfalls in einem Verkaufsprospekt für 2700 Franken.

Gestiegene Sicherheitsanforderungen

Robin T. Alder, Geschäftsführer der Firma Alder und Eisenhut sagt aber, er glaube nicht, dass der Rundlauf 1995 noch verkauft worden sei. Aber warum eigentlich? Eine abschliessende Antwort kann der Geschäftsführer nicht geben. Er vermutet, dass das Gerät den heutigen Sicherheitsanforderungen wohl nicht mehr entspricht.

«Am Rundlauf konnte man schon viel Schabernack machen. Und wenn jemand keine Kraft mehr hatte und die anderen Kinder oder der Lehrer nicht stoppte, dann hatte man wirklich ein Problem. Daran kann ich mich noch gut erinnern.»

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Dan Fritsche  (Danfrisch)
    Herr Brauchli, sie ziehen generell über Eltern mit Smartphones her... Damit. Das Sprossenwände ersetzt wurden hat z.B auch damit zu tun, dass es heute Mannschaftssportarten noch und nöcher gibt (unfallgefahr geht in den Turnhallen von den Sprossenwänden aus). Rutschen machen eben auch spass (und das hochlaufen bedeutet bei Kindern ja auch etwas anstrengung, die spatzieren nicht. Zu guter Letzt, alle Handysüchtigen usw.wurden erzogen, von einer anderen Generation... Just my 2 cents
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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    In vielen Turnhallen wurden sogar Sprossenwand,Schwedenleiter
    und Kletterstangen entfernt,um den spastisch gestörten Kindern
    das Trauma des Versagens zu ersparen.Dafür hat die Adipositas-
    betreuung und der Schulpsychiatrische Dienst mehr zu tun.
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    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      80% der Schüler können keinen Purzelbaum, und eine Rückwärtsrolle ist für erboste Eltern Leistungssport. Die übrigen 20% sind in einem Sportverein.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Oh, was haben wir den Rundlauf geliebt. Warum ist der verschwunden? Müssten die Eltern evtl. das Smartphone weglegen um ihre Kids etwas zu beobachten? Oder haben Eltern geklagt, da zu gefährlich?
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    1. Antwort von Alex Kramer  (Kaspar)
      erinnern Sie sich auch noch an die vertikalen und schrägen Kletterstangen gleich nebenan im gleichen Sandbett in der Badi?
      Verboten. Zu gefährlich. Wahrscheinlich gibt's heute eine App dafür.
      Der heutige Mensch ist Remote Controlled und brainwashed. Dafür geht man ins Gym..
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    2. Antwort von Dan Fritsche  (Danfrisch)
      Meine Herren, früher war alles besser - auch die Zukunft. Damals gab es dafür keine grossen Rutschen usw. Aber die heutigen Mimosen mit Smartphone heben Sie hervor. Nostalgie darf sein aber lassen Sie doch das Bashing
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    3. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      @Fritsche: Ja genau, weil Rutschen tut es sich von alleine, währenddem man sich beim Rundlauf, den Kletterstangen und den Sprossenwänden doch noch etwas anstrengen muss. Was die Erwähnung dieser erschreckenden Tatsache und unheilvollen Entwicklung mit Bashing zu tun haben soll, wissen nur Sie allein.
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