Roman Signers stille Explosionen im Kunstmuseum

Nach über 20 Jahren widmet das St. Galler Kunstmuseum Roman Signer wieder eine Einzelausstellung. Der Appenzeller Aktionskünstler ist bekannt für Stühle, die durch die Luft fliegen und gesprengte Wasserfässer. Im Kunstmuseum St. Gallen aber zeigt Roman Signer keine Knalleffekte. Er setzt auf Stille.

Das Raktenzimmer von Roman Signers neuer Einzelausstellung im Kunstmuseum St. Gallen.

Bildlegende: Das Raktenzimmer von Roman Signers neuer Einzelausstellung im Kunstmuseum St. Gallen. Kunstmuseum St. Gallen

Seine «kleinen und grossen Ereignisse», wie er sie nennt, haben ihn weltweit bekannt gemacht. Roman Signer, 1938 in Appenzell geboren, gehört inzwischen zu den bedeutendsten internationalen Plastikern. In seiner Einzelausstellung in St. Gallen setzt er aber nicht auf seine bekannten Explosionen: «Ich bin kein Sprengkünstler, ich habe noch viel anderes zu bieten.»

Die Leute in Verlegenheit bringen

Für seine erste Einzelausstellung in St. Gallen hat Roman Signer viele neue Installationen geschaffen. Ein Raktenzimmer soll beispielsweise wie eine Barrikade wirken und die Leute abschrecken. «Ich bringe die Leute nicht nur zum Schmunzeln, ich kann auch anders», sagt Signer bei einem Rundgang. Im weiteren hat er seine Brille auf dem Fussboden unter einem Holzbrett versteckt. «Ich bin sicher, dass ein Besucher draufsteht und einen Schock kriegt», so Signer.