Schnee ist Technik – keine Kunst

Der Schnee werde nicht künstlich hergestellt, sondern genau gleich wie in der Natur auch. Dies sei dank heutiger Technik möglich. Die Fachleute sprechen deshalb lieber von «technischem Schnee» oder «Maschinenschnee».

Schneekanone

Bildlegende: Wasser wird als Tröpfchen in die Luft geschleudert und gefriert – wie bei natürlichem Schnee. Keystone

«Mit Werbung hat das nichts zu tun», stellt Walter Tobler, technischer Leiter in Wildhaus, klar. «Wenn man etwas Freude an Technik allgemein hat, dann hat man eben auch lieber die genaueren Ausdrücke.»

Kunstschnee

Beschneien sei keine Kunst und auch nicht künstlich, sondern reine Physik. Wasser werde möglichst fein zerstäubt. In der kalten Winterluft gefriere es und falle als Schnee zu Boden. Wie in der Natur: Auch da fallen die Wassertröpfchen vom Himmel und gefrieren.

Ratrac

Ratrac war früher ein Hersteller von Pistenfahrzeugen. Den gebe es aber schon länger nicht mehr. Auch «Pistenbully» sei eigentlich ein Markenname. Korrekt sei deshalb «Pistenfahrzeug», sagt Tobler.

Schneekanone

Schneekanonen seien eigentlich Propellermaschinen, so Niklaus Fritsche, Verwaltungsratspräsident der Genossenschaft Schnee Horn in Schwende (AI). Die korrekte Bezeichnung sei «Beschneiungsanlage».

Einschätzung

«Kunstschnee und Schneekanone waren die ersten Wörter in diesem Zusammenhang. Zwar wurde dies früher als fortschrittlich angeschaut, aber eben auch kritisch betrachtet, da Kunstschnee nicht gleich ist wie der natürliche Schnee.» Markus Gasser, Sprachexperte bei SRF.