Schwarze Liste füllt sich in St. Gallen nur langsam

Seit Anfang Jahr werden säumige Prämienzahler im Kanton St. Gallen auf eine schwarze Liste gesetzt. Sie erhalten nur noch die dringendsten Notfallbehandlungen und keine umfassende medizinische Versorgung. Bislang sind rund 20 Personen verzeichnet.

Symolbild eines Arztbesuchs

Bildlegende: Das Gesundheitswesen und seine Kosten: Säumige Prämienzahler werden in Ostschweizer Kantonen vorgemerkt. Keystone

«Diese Liste ist auch für uns eine neue Erfahrung», sagt Reto Pfändler von der St. Galler Sozialversicherungsanstalt. Die Abklärungen seien aufwändig und man wolle sicher gehen, dass nur diejenigen auf der Liste sind, welche die Kriterien erfüllen. So mussten mehrere Mahnungen ignoriert worden sein und eine Betreibung muss laufen.

Pfändler rechnet damit, dass sich die Liste in den kommenden Monaten noch füllen wird. Sie ist ein Mittel, um Druck auf säumige Prämienzahler zu machen. Der Kanton muss einen Grossteil ihrer ausstehenden Prämien bezahlen, was ins Geld geht.

Kritik am System

Bereits seit acht Jahren führt der Kanton Thurgau eine entsprechende Liste. Dort sind gut 8000 Personen verzeichnet. Susanna Schuppisser vom Gesundheitsamt räumt ein, dass es auch Einzelfälle gibt, in denen jemand ungerechtfertigt auf der Liste steht. «In diesem Fall muss sich die Person bei der Gemeinde melden.»

Die Krankenkassen sehen das System kritisch. «Das Führen der Listen führt zu hohen Verwaltungskosten», sagt Helsana-Mediensprecher Stefan Heini. Er sei nicht überzeugt, dass sich das rechne. Und CSS-Mediensprecherin Carole Sunier sagt: «Die Betreibungen sind in den Kantonen mit schwarzen Listen nicht zurückgegangen.»