«So händ’s gschwätzt»

Der Thurgauer Dialekt wurde abgeschliffen und klingt nicht mehr wie früher. Diesen Wandel dokumentieren Aufnahmen des Phonogrammarchivs der Universität Zürich aus dem Jahr 1930. Sprachforscher Martin Hannes Graf: «Das ist ein natürlicher Prozess. Dialekte verändern sich und werden zu etwas Neuem.»

Der Thurgauer Dialekt veränderte sich in den letzten 80 Jahren stark.

Bildlegende: Der Thurgauer Dialekt veränderte sich in den letzten 80 Jahren stark. Keystone

Eine der unbeliebtesten Schweizer Mundarten ist der Thurgauer Dialekt: «Das helle A und das spitze E hören viele Menschen nicht gerne», erklärt Martin Hannes Graf vom Schweizerdeutschen Wörterbuch Idiotikon. «Es hat damit zu tun, dass man diesen Dialekt in der Restschweiz wenig kennt. Ausserdem überträgt sich das kleinkarierte Image des Thurgaus auf die Wahrnehmung des Dialekts.»

Früher und heute

Der Thurgauer Dialekt kann in vier Sprachregionen unterteilt werden. Heute seien viele Ausdrücke ausgestorben. Sagten früher im Westen noch viele Thurgauer «Mer gond, mer hond», hat sich heute vielerorts das allgemein gebräuchliche «Mer gönd, mer händ» eingebürgert, sagt Martin Hannes Graf vom Schweizerischen Idiotikon. Das belegen wiederentdeckte Aufnahmen im Phonogrammarchiv der Universität Zürich aus dem Jahr 1930.