Theorie der Alpenbildung muss revidiert werden

Die alpinen Täler entstanden nicht wie bisher angenommen kontinuierlich, sondern - nach geologischen Massstäben - ruckartig in Schüben. Das konnten Geologen der Universitäten Bern und Genf nachweisen. Auch für die Ostschweiz.

Ein Nagelfluhfelsen.

Bildlegende: Eine typische Nagelfluhformation: Sie entstand im Zuge der Alpenbildung. Robrot/WikiCommons

Vor 30 Mio. Jahren tauchte die europäische Kontinentalplatte unter die afrikanische und die Alpen begannen sich zu bilden. Der Prozess verlief aber nicht kontinuierlich, wie Fritz Schlunegger von der Uni Bern und Sébastien Castelltort von der Uni Genf im Fachjournal «Scientific Reports» berichten.

Spuren auch im Appenzellerland nachweisbar

Der Prozess verlief ruckartig in Schüben von wenigen Millionen Jahren. Dazu kam es, weil Teile der europäischen Kontinentalplatte unterhalb der heutigen Bündner Alpen abbrachen. Die Platte verlor an Eigengewicht, das Gebirge konnte wachsen, Flüsse bildeten sich und trugen Geröll ab. Dieses verfestigte sich als Nagelfluh.

Den Nagelfluh untersuchten die Forscher auch im Appenzellerland und stellten fest, dass die Flüsse phasenweise mehr und grösseres Geröll abgetragen hatten, weil das Gebirge stärker wuchs. So kam es zu dickeren, chaotisch gelagerten Nagelfluh-Schichten.