Thurgauer Landwirtschaft verliert an Fläche

Zum ersten Mal liegt die landwirtschaftliche Nutzfläche unter 50'000 Hektaren. Dies entspricht weniger als der Hälfte des Kantons. Grund dafür ist das Bevölkerungswachstum im Kanton. In den letzten zehn Jahren verschwand etwa die Grösse der Fläche der Gemeinde Hüttwilen.

Grünflächen prägen das Thurgauer Landschaftsbild.

Bildlegende: Grünflächen prägen das Thurgauer Landschaftsbild. zvg

Letztes Jahr wurden insgesamt 290 Hektaren weniger Fläche bewirtschaftet als noch im Vorjahr. Das Total der landwirtschaftlichen Nutzfläche liegt somit erstmals unter der 50'000-Hektaren-Grenze. In den vergangenen zehn Jahren ist die landwirtschaftliche Nutzfläche im Kanton Thurgau um 1753 Hektaren zurückgegangen. Dies entspricht in etwa der Gesamtfläche der Gemeinde Hüttwilen.

Einen bedeutenden Rückgang verzeichneten dabei die Grünflächen, welche sich gegenüber 2004 um mehr als sieben Prozent verringerten.

Trotz des Rückgangs in den letzten Jahren prägen die Grünflächen nach wie vor das Thurgauer Landschaftsbild. Sie erstrecken sich auf fast 30'000 Hektaren und machen mehr als 60 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche aus.

Weniger Betriebe

2014 gab es im Kanton Thurgau insgesamt noch 2208 Betriebe, 71 Betriebe weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang liege jedoch im normalen Rahmen von rund zwei Prozent im Jahr sagt Ueli Bleiker, Leiter des Thurgauer Landwirtschaftamtes. Dies liege daran, dass knapp die Hälfter der Betriebsleiter 50 Jahre und älter sind. Sie haben keine Nachfolger und müssen ihren Betrieb deshalb aufgeben.

Grund zur Sorge gebe es allerdings nicht, so Bleiker. Es gäbe nach wie vor genügend Nachwuchs. Jährlich absolvieren rund 50 bis 60 Jungbauern die landwirtschaftliche Ausbildung. Auf die nächsten 30 Jahre gerechnet, macht dies zwischen 1500 und 1800 neue Landwirte.