Unterstützung für privates Sterbehaus: Kanton hält sich bedeckt

Ein privater Verein will in St. Gallen ein Sterbehospiz realisieren, in dem schwerkranke Patienten behandelt werden. Am Projekt soll sich auch der Kanton beteiligen. Doch dieser äussert sich zurückhaltend.

Krankenzimmer in Spital

Bildlegende: St. Gallen soll bis im Jahr 2016 ein Sterbehospiz für Schwerkranke erhalten. Keystone

Grundsätzlich unterstützt die St. Galler Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann den Verein, der ein Sterbehospiz für schwerkranke Patienten realisieren will. «Ein solches Angebot ist wichtig, damit Betroffene und Angehörige ihre Ruhe haben und gut begleitet werden können», sagt Heidi Hanselmann gegenüber Radio SRF.

Ob sich der Kanton finanziell am Projekt beteiligt, lässt Hanselmann offen. «Wir klären es ab. Aufgrund der Sparvorgaben müssen wir genau prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt».

Die Palliativpflege-Versorgung im Kanton St. Gallen besteht aus der Palliativstation im Kantonsspital und einem Brückendienst für die Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen zu Hause. Bei der stationären Betreuung, welche den Patientinnen und Patienten «Lebensqualität bis zuletzt» gewährleistet, besteht laut den Initianten des Sterbehauses eine Lücke.

Diese Lücke zu füllen, daran arbeitet der 2013 gegründete Verein «Freunde stationäres Hospiz St. Gallen».

Auch der Kanton soll zahlen

Für den laufenden Betrieb rechnet der Verein mit 1,9 Million Franken pro Jahr. 1,1 Millionen Franken davon werden durch die Pflegefinanzierung und Eigenleistungen von Patienten abgedeckt. Der fehlende Betrag von jährlich 800'000 Franken soll durch die öffentliche Hand, Spenden und Beteiligungen gedeckt werden.