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Ausserrhoder Spitalverbund Verantwortliche haben zu spät reagiert

Das Spital Heiden muss abspecken. Die Chirurgie wird geschlossen. Weil vier wichtige Ärzte der Frauenklinik gekündigt haben, steht es auch dort schlecht. Wenn nicht bald neue Ärzte gefunden werden– was gemäss Verwaltungsrat äusserst schwierig ist – wird es in Heiden auch keine Geburten mehr geben.

Eingang Spital Heiden
Legende: Die Verantwortlichen haben beim Spital Heiden zu spät reagiert. SRF

Der Grund: 2007 verabschiedeten der National- und der Ständerat das neue Krankenversicherungsgesetz (KVG). Damit wurde ab 2012 die Spitalfinanzierung neu geregelt. Die Spitäler können nur noch eine sogenannte Fallpauschale verlangen und nicht mehr nach Aufwand abrechnen. Die Kantone bezahlen einen fixen Anteil.

Im Nachhinein ist man immer gescheiter.
Autor: Matthias WeishauptGesundheitsdirektor AR

Die Reaktion: In Appenzell Ausserrhoden wurde auf das Jahr 2012 ein selbständiger Spitalverbund gegründet. Die Verantwortung für die Spitäler in Herisau, Heiden und das Psychiatrische Zentrum gingen von der Politik an eine öffentlich-rechtliche Anstalt über. An den Spitälern wurden die nötigen Anpassungen aber nicht gemacht.

Die Situation heute: Das 10-Millionen-Franken-Defizit von 2015 erwischte die Verantwortlichen auf dem falschen Fuss. Der Verwaltungsrat konnte nicht mehr agieren, sondern musste schnell reagieren. «Die Umsetzung der KVG-Revision hat man ein bisschen verpasst», sagt der heutige Chef des Spitalverbunds, André Steiner. Deshalb kommunizierten die Verantwortlichen im Herbst die Schliessung der Chirurgie in Heiden. Mit der Zurückhaltung von wichtigen Informationen stiessen sie aber auf immense Kritik.

Die Spitalleitung versuchte am Montag mit zusätzlichen Informationen dieser Kritik zu begegnen. Sie führt ihre Strategie weiter. Bis spätestens Anfang März ist klar, ob die Frauenklinik doch noch überlebt. Tut sie das nicht, werden weitere rund 40 Arbeitsplätze am Spital Heiden gestrichen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Wer muss dafür geradestehen? Wir Prämienzahler und nicht die überbezahlten Versager die dafür verantwortlich sind. Würden wir den Verwaltungsräten, Bossen und Politikern für jeden Fehlentscheid Geld abknöpfen, wäre vieles Besser. Dumm nur, dass die dann zum Sozialamt müssten!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Was für ein sündhaft teures (für das Volk) "Kuddel-Muddel" von den zuständigen Verantwortlichen - Einmal mehr zeigt sich dabei, dass es am Leitungsgremium liegt, welche offensichtlich nicht adäquat auf wirkliche Eignung, Charakter- und Persönlichkeit, Kompetenz "getestet" wurden!! Zu hohe Löhne für nicht geeignetes Leitungs-Personal! Wo bleiben die notwendigen KONTROLLEN?
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