Vorgehen Uzwils: «Der falsche Weg»

Länger arbeiten zum gleichen Lohn? Der Fall Uzwil macht in anderen Ostschweizer Gemeinden keine Schule.

Mann am Telefon, offene Türe

Bildlegende: Mehr arbeiten zum gleichen Lohn: In der Wirtschaft ja, auf den Gemeinden nein. Keystone

Die Mitarbeiter der Gemeinde Uzwil im Kanton St. Gallen müssen während drei Monaten länger arbeiten – zum gleichen Lohn. Dies einerseits aus Solidarität mit dem Unternehmen Bühler, das die gleiche Massnahme aus wirtschaftlichen Gründen eingeführt hat, andererseits aber auch, weil die Arbeitslast zur Zeit hoch ist.

Andere Möglichkeiten

Verschiedene Ostschweizer Gemeindepräsidenten halten auf Anfrage wenig vom Vorgehen Uzwils. Das sei der falsche Weg, um Pendenzen abzubauen, erklärt beispielsweise Ruedi Zbinden, Gemeindeammann von Bussnang. Wenn es einmal derart viel zu tun gäbe, dass sie mit der Arbeit kaum mehr nachkämen, dann gebe es immer noch die Möglichkeit, das Team vorübergehend mit Praktikanten zu verstärken, ergänzt sein Kollege aus Grabs, Rolf Lippuner.

Obwohl die Arbeitsbelastung auf den Verwaltungen zunimmt, besteht zur Zeit (noch) kein Handlungsbedarf. Und, so erklärt Primus Schlegel, Leiter des Personalamts des Kantons St. Gallen, eine Erhöhung der Arbeitszeit für kantonale Angestellte wäre aus rein rechtlichen Gründen gar nicht möglich. Er sagt, bei einer hohen Arbeitsbelastung seien die Führungspersonen gefordert: «Sie müssen Prozesse überprüfen, allenfalls Optimierungen vornehmen und das Leistungsangebot allenfalls anpassen.»