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Ostschweiz Vorläufig mit Kopftuch in die Schule

Obschon es gemäss Schulordnung untersagt ist, darf ein elf Jahre altes Mädchen vorläufig mit Kopftuch den Unterricht in einem Schulhaus in St. Margrethen besuchen: Das hat das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen entschieden, wie es im Internet publizierte.

Frau mit Kopftuch
Legende: Das Kopftuch im Schulunterricht bleibt weiterhin Thema. Keystone

Das Mädchen erschien nach den Sommerferien in Begleitung ihres Vaters mit einem Kopftuch in der Schule. Die Schulleiterin wies Vater und Tochter darauf hin, dass das Tragen eines Kopftuchs nach der Schuldordnung untersagt sei. Eine Ausnahme wurde nicht gemacht, fortan blieb das Kind daheim und erarbeitete den Schulstoff alleine.

Gegen das Kopftuchverbot erhob die Familie des Mädchens, vertreten durch den Islamischen Zentralrat der Schweiz, zehn Tage später Rekurs beim Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen. In dieser Sache wurde noch nichts entschieden durch die Behörden des Kantons.

Ende September wurde das Bildungsdepartement vom Vertreter der Familie des Mädchens ersucht, dieses bis zum Abschluss des Verfahrens wieder mit Kopftuch in der Schulklasse unterrichten zu lassen. Das Bildungsdepartement wies dieses Gesuch dann aber ab. Diesen Entscheid zog das Mädchen vor das Verwaltungsgericht. Dieses hat am 7. November mit einem Präsidialentscheid eine vorsorgliche Massnahme verfügt, wonach das Mädchen bis zum Abschluss des Verfahrens den Schulunterricht mit Kopftuch besuchen darf.

Das durch die Glaubens- und Gewissensfreiheit geschützte Interesse des Mädchens überwiege, schreibt das Verwaltungsgericht. Der Schulrat von St. Margrethen habe nicht dargelegt, inwiefern das Tragen eines Kopftuchs den geordneten Schulalltag tatsächlich störe.

Im Kanton St. Gallen empfiehlt das Bildungsdepartement, dem Regierungsrat Stefan Kölliker (SVP) vorsteht, den Schulen ein Kopfbedeckungsverbot; mit «Kopfbedeckung» sind Kopftücher genauso gemeint wie Schirmmützen oder Wollkappen. Die Schulbehörden im Kanton St. Gallen gehen unterschiedlich mit dieser Empfehlung um.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Der (Kuschel-) Schulrat von St. Margrethen habe nicht dargelegt, inwiefern das Tragen eines Kopftuchs den geordneten Schulalltag tatsächlich störe. Da kann frau nur den Kopf schütteln. Liebe Schweizerinnen, laufen wir anlässlich unserer Ferien in den Emiraten mit Trägertops, Hotpants und einem Kreuz um den Hals herum! Es ist doch egal, inwiefern das Tragen dieser luftigen Sommerkleider und das christliche Symbol um den Hals die Einheimischen stört.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Aha, nicht nur die Schweiz ist ein Sonderfall. Keine Regel ohne Ausnahme. Aber wir kennen ja die Gesinnung unserer "fairen" Gerichte.
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