Weiterer Unfrieden rund um Anna Göldi

Rund um das geplante Anna Göldi Museum in Ennenda gibt es Misstöne. Die Historikerin und Hexenforscherin Kathrin Utz hat sich aus dem Projekt zurückgezogen. Sie macht der Stiftung den Vorwurf, der historischen Aufarbeitung zu wenig Gewicht zu geben. Die Stiftung widerspricht.

Anna Göldi

Bildlegende: Ein Richtertisch und ein - nicht authentisches - Porträt von Anna Göldi im ehemaligen Anna Göldi Museum in Mollis. Keystone

Noch im Februar zeigte sich die Anna-Göldi-Stiftung stolz darüber, dass sie die Hexenforscherin Kathrin Utz mit ins Boot holen konnten. Schon im März zog diese sich aber wieder zurück. Sie und Stiftungspräsident Walter Hauser waren sich uneinig über die Gewichtung der historischen Aufarbeitung.

Kathrin Utz sagt, rund um den Prozess, der Anna Göldi gemacht wurde, seien noch viele Fragen offen. Das Schicksal der Sennwaldnerin müsse besser in einen Zusammenhang gebracht werden. Dafür brauche es mehr Zeit. Sie ist dagegen, dass das Buch von Walter Hauser als Grundlage des Museums dient. Es reiche nicht aus, sagt die Forscherin auf Anfrage des Regionaljournals Ostschweiz.

Walter Hauser bestreitet nicht, dass noch mehr historische Aufarbeitung nötig sei. Deshalb wollte die Stiftung auch eine Historikerin dabei haben. Er legt zum jetzigen Zeitpunkt aber mehr Wert auf die Präsentation des Museums. Dieses soll im nächsten Sommer Eröffnung feiern.