Weniger Patente sollen Bodenseefischerei retten

Am Bodensee bangen die Fischer um ihre Existenz. Immer weniger Fische gehen den Berufsfischern ins Netz. Die Fangerträge sind drastisch eingebrochen. Die Berufsfischerei macht die schwerste Krise seit über 60 Jahren durch. Jetzt reagieren die Anrainerländer. Sie reduzieren die Fischereipatente.

110 Berufsfischer werfen ihre Netze im Bodensee aus. Einer von ihnen ist Hans Fischer aus dem thurgauischen Salmsach. Wie jeden Morgen fährt er eine Stunde vor Sonnenaufgang raus auf den See. 16 Fische zieht der 68-Jährige mit seinen vier Schwebenetzen aus dem See: «Das habe ich in meinen 40 Jahren Berufserfahrung noch nicht erlebt. Die Fangerträge sind erbärmlich.» Mit 441 Tonnen war 2014 das schlechteste Fangjahr der Berufsfischer seit langer Zeit. Als Hauptgrund wird der geringe Nährstoffgehalt vermutet. Der Bodensee ist für die Fische zu sauber.

«  Wenn wir jetzt nicht handeln, ist die Berufsfischerei am Ende. »

Die Anrainerstaaten reduzieren nun bis ins Jahr 2020 die Anzahl Patente von 110 auf 80. Auf der Schweizer Seite gibt es zurzeit 40 Berufsfischereipatente. Neu sollen es bloss noch 24 sein. Zuletzt wurden die Patente vor über 80 Jahren reguliert. Hans Fischer begrüsst diesen historischen Entscheid: «Wenn wir jetzt nicht handeln, ist die Berufsfischerei am Ende.»

Nach welchen Kriterien Deutschland, Österreich und die Schweiz ihre Fischerei-Patente abbauen, ist noch offen. Tatsache ist aber, dass viele Berufsfischer im AHV-Alter sind. Sie sind von der neuen Regelung besonders betroffen.

Wer älter als 70 Jahre ist, erhält neu bloss noch ein eingeschränktes Patent für den Bodensee. Für den 68-jährigen Thurgauer Berufsfischer Hans Fischer selber ist das aber kein Problem: «Wir müssen Platz machen für die Jungen, damit wieder Familien von der Bodenseefischerei leben können.»