Abschussverfügung M75 Wolf konnte vor Abschuss in der Ostschweiz flüchten

  • M75 wanderte von Januar bis März von Südbünden durch die ganze Ostschweiz bis in den Kanton Zürich. Auf seiner Wanderung soll er 75 Schafe gerissen haben.
  • Die Kantone Graubünden und Tessin erliessen eine Abschussbewilligung, welche auslief, ohne dass der Wolf geschossen werden konnte.
  • Die Kantone St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden erliessen später ebenfalls eine Bewilligung, welche nun ebenfalls auslief.
  • Wo sich M75 nun befindet, ist unklar. Im «St. Galler Tagblatt» wird spekuliert, dass er im süddeutschen Raum sein könnte.
  • Eine neue Abschussbewilligung könnte nur beantragt werden, wenn M75 wieder innerhalb von vier Monaten 35 Nutztiere reisst, oder innerhalb von einem Monat 25.

Interview mit Dominik Thiel vom St. Galler Amt für Jagd

SRF News: Warum haben Sie M75 nicht erwischt?

Dominik Thiel: Der Wolf war verschwunden. Wir hatten nach der Verfügung nur noch zwei Beobachtungen und keinen Nachweis mehr.

Haben Sie nach dem Wolf gesucht oder einfach abgewartet?

Beides. Wir waren mit mehr Leuten präsent, weil viele Wölfe auch wieder zurückkommen an ihre Rissorte. Dann haben wir aber auch auf Meldungen gewartet. Schliesslich hatten wir aber keine Hinweise mehr auf M75.

Der Wolf legt weite Strecken zurück. Kann dieses System mit kantonalen Abschussverfügungen überhaupt funktionieren?

Das ist wirklich nicht optimal. Das Gesetz wurde gemacht, als es noch nicht viele Wölfe in der Schweiz gab. Ich denke, da gibt es Anpassungsbedarf, dass es praktikabler wird. Im Moment ist das aber einfach die Rechtsgrundlage.

Das Gespräch führte Philipp Gemperle.