Antigone: Der griechische Klassiker im modernen Kleid

Mit einer klassischen Ausgangslage geht das Luzerner Theater an Sophokles' Antigone heran - mit der Uraufführung der Übersetzung des Luzerner Altphilologen Kurt Steinmann. Doch der polnische Gastregisseur Wojtek Klemm setzt konsequent auf Bezüge zur Aktualität und thematisiert die Asylfrage.

Antigone (Juliane Lang, links) und ihre Schwester Ismene (Dagmar Bock).

Bildlegende: Intensives Spiel: Antigone (Juliane Lang, links) und ihre Schwester Ismene (Dagmar Bock). Tanja Dorendorf/Luzerner Theater

Die Regeln des Gesetzes gegen die Aufmüpfigkeit des Gewissens: Das ist das Grundthema von Sophokles' Antigone. Der Herrscher Kreon verbietet die Bestattung von Antigones Bruder Polyneikes («unbestattet lass man seinen Leib zum Frass den Vöglen und den Hunden, schmachvoll anzusehn!») - doch Antigone widersetzt sich der Bestimmung und bestattet ihren Bruder, im Wissen, dass sie zum Tode verurteilt wird.

Wojtek Klemm inszeniert diese Geschichte mit körperlich-intensivem Schauspiel und reichert sie mit einer dramaturgischen Idee an, die den Bezug zur heutigen Realität herstellt. Er bringt Flüchtlinge aus dem Zuger Asylzentrum Steinhausen auf die Bühne. Und stellt damit Fragen wie sie eben aus dem Grundthema der Antigone entstehen: Können die Regeln der Politik den Einzelschicksalen gerecht werden?