Eurocity-Entgleisung Luzern Computer-Simulation soll Ursache klären

Warum es Ende März zur Entgleisung eines Eurocityzugs im Bahnhof Luzern kam, ist nach wie vor unklar. Die SUST setzt nun auf eine Entgleisungssimulation.

Gekippter Zug und Bahnhelfer

Bildlegende: Der Wagon riss beim Kippen Masten und Fahrleitungen mit sich. Keystone

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST hat eine Computer-Simulation zum folgeschweren Eurocity-Unfall in Luzern in Auftrag gegeben.

Am 22. März entgleiste bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Luzern ein Eurocity-Zug und verursachte eine tagelange Blockade des Luzerner Bahnhofs. Der italienische Zug war unterwegs nach Mailand.

Ergebnisse im Herbst 2017

Trotz Untersuchungen an der Infrastruktur und den Wagons, verschiedensten Messungen und Simulationen ist der Grund für die Entgleisung noch nicht klar. Die Daten würden nicht ausreichen, sagt Markus Lüthi, Untersuchungsleiter der SUST.

«  Die Ergebnisse vor Ort reichten nicht aus, um eine Ursache zu eruieren. Die Messdaten und Videoaufnahmen fliessen nun in eine Computer-Simulation ein.  »

Markus Lüthi
Untersuchungsleiter SUST

Eine Entgleisungssimulation soll nun weitere Hinweise geben. Die aufwändige Simulation am Computer ist selten. Erste Ergebnisse werden Mitte Herbst 2017 erwartet. Die Resultate sollen einerseits die Kosten klären, anderseits zur Verbesserung der Sicherheit führen.

«  Was könnte sich wo verändert haben? Was für Massnahmen sind nötig? Das wollen wir klären.  »

Markus Lüthi
Untersuchungsleiter SUST

Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden dem Bundesamt für Verkehr weitergeleitet, welches mögliche Verbesserungen in Auftrag geben könnte.

Unfall mit grossen Folgen

  • Ein italienischer Eurocity entgleiste am 22. März 2017 und legte den Bahnhof Luzern viereinhalb Tage lahm
  • Sechs Personen wurden bei dem Unglück leicht verletzt
  • 160 Personen mussten aus dem Zug evakuiert werden
  • 400 Meter Gleis mussten neu verbaut, dazu Weichen und Strommasten ersetzt werden
  • Die SBB schätzt den Schaden auf rund 11 Millionen Franken