Der Kanton Luzern soll ein Jugendparlament erhalten

Diesen Grundsatzentscheid hat der Kantonsrat mit 78 zu 35 Stimmen gefällt. Das Parlament überwies am Dienstag eine Motion von Priska Lorenz, SP die verlangt, dass der Regierungsrat die gesetzlichen, organisatorischen und finanziellen Grundlagen für ein Jugendparlament schafft.

Das europäische Jugendparlament tagt im Nationalratssaal in Bern.

Bildlegende: Auch im Kanton Luzern bald Realität: Ein Jugendparlament. Hier im Nationalratssaal in Bern. Keystone

Das Jugendparlament soll im Kantonsrat ein Antragsrecht und bei Themen, die die Jungen betreffen, ein Anhörungsrecht haben. Die Idee für eine solche Einrichtung wurde von einer Gruppe Jugendlicher lanciert. Die Initianten wollen mit einem solchen Parlament die Jugendlichen für die Politik begeistern.

SVP votierte gegen ein Jugendparlament

Nichts von der Idee hielt die SVP. Ihre Sprecher befürchteten, dass mit Staatsgeldern etwas Künstliches oder Unberechenbares entstehen könnte. Sie fragten sich auch, ob die Jungen tatsächlich genügend Interesse an Politik hätten. An Gemeindeversammlungen oder Bundesfeiern zeigten sie sich kaum. 

FDP, SP, Grüne und GLP riefen dagegen dazu auf, den Jugendlichen Vertrauen zu zeigen. Gespalten zeigte sich die CVP. Ein Teil von ihnen unterstützte den Vorschlag der Regierung, die Motion nur als Postulat zu überweisen. Statt direkt ein Jugendparlament zu bewilligen, solle zuerst mit einem Jugendkantonsratstag der Puls des  politischen Nachwuchses gefühlt werden. Der Kantonsrat sprach sich schliesslich für die Motion und gegen das Postulat aus.