«Der Most war für Meggen von grosser Bedeutung»

21'000 Obstbäume und 18 Mostereien: Vor mehr als 100 Jahren war der Most in der Luzerner Gemeinde Meggen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Viele dieser Mostereien bestehen noch heute, werden aber anders genutzt. Das Buch «Most» von Heiri Scherer dokumentiert diese Entwicklung.

Portärtbild von Heiri Scherer.

Bildlegende: Heiri Scherer dokumentiert in seinem Buch «Most» die Bedeutung des Obstsaftes für Meggen. Lisa Jörg/SRF

Wo heute Einfamilienhäuser und Villen stehen, wurzelten früher Äpfel- und Birnbäume. Vor allem zwischen 1870 und 1920 nutzten die Bauern die südliche Ausrichtung ihrer Hänge in Meggen intensiv für den Obstbau.

«Zu den besten Zeiten zählte man 21'000 Bäume», sagt Heiri Scherer. Der gebürtige Megger ist Herausgeber des Buchs «Most», das diese Entwicklung festhält. Es finden sich zahlreiche historische Bilder darin, aber auch andere Dokumente zum Obstbau.

Äpfel nach Luzern geliefert

Heiri Scherer ist auf einem Most-Bauernhof aufgewachsen und erinnert sich noch gut an die vergangen Zeiten: «Die Äpfel haben wir jeweils als Tafelobst nach Luzern geliefert, die Birnen wurden zu Most verarbeitet.»

Viele der einstigen Mostereien blieben übrigens erhalten, werden heute aber anders genutzt. Auch sie sind im Buch mit aktuellen Bildern enthalten.

Er selber trinke am liebsten «vergorenen Most, den es ja auch ohne Alkohol gibt», sagt Heiri Scherer. Andernorts spreche man dabei von «suurem Moscht», nicht aber in Meggen: «Das war für uns schlechter Most.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr