Alfred N. Schindler Der stille Boss nimmt den Lift zum Ausgang

40 Jahre lang hat Alfred N. Schindler die Geschicke des Lift- und Rolltreppenbauers Schindler aus Ebikon mitgeprägt, 22 Jahre lang als oberster Boss. Während andere Chefs von Weltkonzernen sich gern im Erfolg sonnen, scheute der Schindler-Chef stets die Öffentlichkeit. Eine Annäherung zum Abgang.

Alfred N. Schindler

Bildlegende: Alfred N. Schindler machte aus dem Familienunternehmen Schindler einen internationalen High-Tech-Konzern. ZVG/Schindler

Alfred N. Schindler ist anders. Während viele Chefs grosser Weltkonzerne gerne das Rampenlicht suchen, scheute der langjährige Chef des Familienunternehmens wann immer möglich öffentliche Auftritte. Interviews gab er kaum, schon gar nicht einem elektronischen Medium.

Das sei eigentlich schade, sagt der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki. Er ist ein langjähriger Freund von Alfred N. Schindler. Von ihm könne man viel lernen. Er sei einer der besten Unternehmer des Landes, ein klassischer Patron, der unzählige technische Entwicklungen schon lange vorausgesehen habe.

Wenig Gewerkschaften, viel Visionen

Alfred N. Schindler sei kein Unternehmer, der den direkten Kontakt zu seinen Mitarbeitern an der Werkbank suche. Er dulde auch nicht eine richtige Sozialpartnerschaft, kritisiert Unia-Gewerkschafter Giuseppe Reo. Aber auch er attestiert: Schindler hat das Unternehmen mit Visionen geführt - und mit Erfolg.

Alfred N. Schindler hat in den vergangenen 40 Jahren bei Schindler viel geplant, viel umgesetzt, technische Entwicklungen vor Jahren vorausgesehen. Nun muss er sich damit abfinden, dass erstmals in der Geschichte des Unternehmens kein Schindler an der Spitze des Familienkonzerns steht. Etwas wird ihn aber gewiss freuen: Künftig wird er auch nicht mehr in der Öffentlichkeit stehen müssen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr.