Drohende Massenentlassung beim Industriekonzern Boa in Rothenburg

Der deutsche Industriekonzern Boa setzt am Schweizer Werk in Rothenburg zum Kahlschlag an. Von den 168 Stellen sollen 155 abgebaut werden. Als Grund nannte das Unternehmen die Verluste des Produktionswerks.

Metallschläuche

Bildlegende: Die Boa Group stellt flexible Metallschläuche für die Automobil- und Luftfahrt her. zvg

Der anhaltend starke Franken, verbunden mit der immer noch schlechten Wirtschaftslage machten die Massnahmen notwendig, teilte die Gruppe, die der US-Finanzgesellschaft AEA gehört, mit.

Denn die 2012 durchgeführten Entlassungen sowie Kurzarbeit hätten nicht ausgereicht, um das Werk aus dem Minus zu führen.

Die betroffenen Mitarbeiter wurden am Freitagnachmittag von der Firmenleitung informiert. Nun beginnt das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren. Dabei soll zwischen Management und Angestelltenkommission erörtert werden, ob Alternativen zum weitreichenden Stellenabbau möglich seien.

«  Das ist ein schwerer Schlag für Rothenburg »

Prisca Birrer-Heimo
Gemeinderätin

Die Gewerkschaften übten scharfe Kritik: «Wieder einmal will ein in Bedrängnis geratener internationaler Konzern dort Stellen abbauen, wo es am bequemsten geht: in der Schweiz», schreibt Angestellte Schweiz in einer Mitteilung. Das sei rücksichts- und verantwortungslos und zeuge nicht von Qualitätsdenken.

Der Gemeinderat Rothenburg zeigt sich in einer ersten Reaktion sehr betroffen. «Das ist ein schwerer Schlag für uns», sagt Gemeinderätin Prisca Birrer-Heimo gegenüber SRF. Die Boa AG gehöre zu den grössten fünf Unternehmen in der Gemeinde. Man werde jetzt das Gespräch mit der Firma und der Wirtschaftsförderung suchen, um eine Lösung für die Angestellten zu finden.