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Zentralschweiz Erleichterung in Nidwalden: Kein Atomendlager Wellenberg

Die Menschen rund um den Wellenberg können vorderhand ein wenig aufatmen: Der Standort ist nicht mehr in der engeren Auswahl für ein mögliches Tiefenlager für radioaktive Abfälle. Seit 30 Jahren wehrt man sich in Nidwalden gegen das Atomendlager, richtig jubeln will man aber noch nicht.

Legende: Video Endlager: Erleichterung am Wellenberg abspielen. Laufzeit 3:43 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 30.01.2015.

Jura Ost und Zürich Nordost: Diese beiden Standorte schlägt die Nagra für die Lagerung sowohl von schwach- und mittelradioaktiven als auch von hochradioaktiven Atomabfällen vor.

Vier weitere Gebiete dürften damit vorerst aus dem Spiel sein: der Wellenberg, der Jura-Südfuss, in der nördlichen Lägern und am Südranden.

Erleichterung in Nidwalden

Im Kanton Nidwalden ist die Erleichterung spürbar. Für Baudirektor Hans Wicki ist aber der Wellenberg noch nicht definitiv aus dem Rennen. Bis der Bundesrat entscheide, werde man die Entwicklung genau verfolgen, sagte Wicki gegenüber Radio SRF.

Und in Wolfenschiessen, der Gemeinde, in der der Wellenberg liegt, geht eine 30-jährige Geschichte mit der Nagra zu Ende. Eine Geschichte, in der die Gemeinde mancher Zerreissprobe ausgesetzt war. Für Gemeindepräsident Hans Kopp ist es ein gutes Zeichen, dass der Wellenberg jetzt auf dem letzten Rang der möglichen Endlager-Standorte liegt.

Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hatte zuerst sechs Standorte identifiziert, welche als Endlager geeignet schienen.

Das Volk hat das letzte Wort

Die Analysen werden nun den Bundesbehörden und den Standortkantonen zur Stellungnahme unterbreitet. 2016 soll eine öffentliche Anhörung durchgeführt werden. Voraussichtlich Mitte 2017 wird der Bundesrat entscheiden, ob er dem Vorschlag der Nagra zustimmt.

Ein definitiver Entscheid soll 2027 fallen. Das letzte Wort hat das Volk.

Zufriedene Atomlager-Gegner

Der Entscheid sei überfällig gewesen, schreibt das Komitee für die Mitsprache des Nidwaldner Volks bei Atomanlagen (MNA), das seit 1986 gegen ein Atommüll-Lager am Wellenberg kämpfte. Anfänglich beurteilte die Nidwaldner Regierung diesen Standort noch positiv. Beim aktuellen Evaluationsprozess hatte aber auch sie sich dagegen ausgesprochen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Karl F., Amriswil
    Einfach mal grundsätzlich: Kernenergie Ja, Atommüll-Lager Nein. Habe irgendwie das Gefühl, diese Rechnung geht nicht auf. Wer sich zur Atomenergie bekennt, und das ist ihr/sein gutes Recht, der soll sich aber auch mit den folgenden Konsequenzen auseinandersetzen. Wer sich nicht mit dem Atommüll und den Endlagern abgeben will, soll sich zukünftig mit den Umwelt-Strategien von Links/Grün beschäftigen. Das gilt auch für Betroffene aus der Zentralschweiz.
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  • Kommentar von W.Ineichen, Luzern
    Endlager sind ja nur für 300'000 Jahre gedacht.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die Erleichterung sei mit Vorsicht zu geniessen. Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. ich glaube eher an die Unberechenbarkeit der Nagra und des Bundes. Aber natürlich darf der Wellenberg kein kein Endlager beherbergen. Wir Niewaldner/innen haben es dreimal so gewollt.
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    1. Antwort von Gerhard Schweizer, Bern
      Wenn ich mich richtig erinnere, sind sie doch als treue Parteisoldatin der SVP FÜR Kernkraft und gegen die Energiewende – aber den Dreck vor der eigenen Nase wollen sie dann lieber doch nicht. Warum überrascht mich diese Haltung bloss nicht im Geringsten?
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    2. Antwort von Adi Breibacher, Zürich
      Ein Zitat aus einem Kommentar (21.01.2015) von Ihnen, liebe Frau Zelger: "die Frankenstärke könnte sich positiv auf die Energiepolitik auswirken, indem die Energieminisdterin sich überlegt, wieder zur kostengünstigen und in der CH sicheren Atomenergie zurückzukehren, aber die Forschung nach effizienten und kostengünstigen Alternativen Energien mit Volldampf vorantreibt," - Liebe Frau Zelger, Sie sind mir ein Rätsel.
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