Geheimdienstler rät Unternehmern zu mehr Pausen und Vertrauen

Leo Martin ist Verhörspezialist und hat eine Vergangenheit beim Nachrichtendienst. An einer Veranstaltung für Zentralschweizer Unternehmer riet er dem Plenum, auch in schwierigen wirtschaftlichen Situationen auf die Karte Vertrauen zu setzen - und auf Pausen, wenn's stressig wird.

Leo Martin

Bildlegende: Leo Martin: Unter Stress fällt man Entscheidungen, die falsch sind. zvg/Brigit Fischer

Leo Martin ist Experte für organisierte Kriminalität und arbeitete zehn Jahre lang für einen deutschen Nachrichtendienst. Seine Aufgabe dort: Kriminelle zu Informanten machen.

Die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ lud Martin nach Luzern ein, um vor Unternehmern zu reden. Das mache Sinn, schmunzelt Martin. Bankräuber und Bankdirektoren hätten schliesslich eine ähnliche Persönlichkeit. In erster Linie könne er aber den Zentralschweizer Unternehmern Geheimnisse von Verhandlungen vermitteln. Seine Spezialität sei nämlich, auf unbekannte Leute zuzugehen und schnell einen guten Draht zu ihnen aufzubauen.

Ex-Geheimdienstler Martin ist überzeugt, dass gerade bei schwierigen Gesprächen nie das Ziel sein dürfe, sein Gegenüber über den Tisch zu ziehen. Vielmehr müsse man auf langfristige Partnerschaften setzen. Als Verhörspezialist habe er versucht, Berufskriminelle in die Enge zu treiben. Unter Stress mache man Fehler, sagt Leo Martin.

Stress führt zu Fehlentscheiden

Im Geschäftsalltag könne Stress zu teuren Fehlentscheiden führen. Da mache es Sinn, gerade bei heftigen Verhandlungen Pausen zu machen, um Stress zu reduzieren und eine bessere Atmosphäre zu schaffen.

Ein Patentrezept, wie Unternehmer ein allfälliges Feuer im Dach löschen könnten, kann Leo Martin nicht liefern. Er könne aber Ansätze geben, die eigene Art zu kommunizieren grundsätzlich zu überdenken - und allenfalls auch anzupassen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr.