Gesellschaftsraum im Parktower: Ein Grund zum Streiten

Die Stadt Zug will den Gesellschaftsraum zuoberst im 24. Stockwerk des Parktowers für 436'000 Franken ausbauen. Dagegen wehren sich nun die bürgerlichen Parteien. Diesen Raum für die Bevölkerung brauche es nicht. Die SP ist anderer Meinung.

Blick auf Stadt Zug und den Zugersee durch die Storen.

Bildlegende: Ob die Bevölkerung einst den Blick vom 24. Stockwerk des Parktowers geniessen kann, bleibt offen. SRF/Tuuli Stalder

Der Gesellschaftsraum im Parktower misst 88 Quadratmeter. Das Finanzdepartement der Stadt Zug rechnet mit 300 Anlässen pro Jahr. Damit der Raum kostendeckend betrieben werden kann, brauche es pro Anlass eine Miete von 500 Franken.

Brustbild von Urs Bertschi (SP) und Eliane Birchmeier (FDP) im Zuger Parktower.

Bildlegende: Gar nicht gleicher Meinung: Urs Bertschi (SP) und Eliane Birchmeier (FDP) Tuuli Stalder/SRF

Zu teuer findet Eliane Birchmeier von der FDP Stadt Zug im Gespräch mit Radio SRF: «Eine Raumvermietung 300 mal pro Jahr ist völlig unrealistisch». Zudem habe die Zuger Bevölkerung bereits im Hochhaus Uptown ganz in der Nähe des Parktowers die Möglichkeit die Aussicht zu geniessen.

Urs Bertschi von der SP der Stadt Zug ist da anderer Meinung: «Die beiden Aussichtsplattformen sind nicht vergleichbar. Im Parktower kann man ungestörte Anlässe feiern». Dass der Betrieb des Gesellschaftsraumes zu teuer komme, lässt er nicht gelten. In der Stadt Zug sei kein öffentlicher Raum durch die Einnahmen der Miete kostendeckend, warum solle das nun plötzlich beim Parktower eine Bedingung sein.

Seit Jahren ein Hin und Her

Der Gesellschaftsraum im Parktower hat eine lange Vorgeschichte. Ursprünglich hat die Stadt Zug im Bebauungsplan das Recht für die öffentliche Nutzung ausbedungen. Vor vier Jahren wollte der Stadtrat das Nutzungsrecht wieder den Egentümern abtreten, musste dieses Vorhaben aber wieder aufgeben, da es grossen Widerstand vom Parlament und den entsprechenden Komissionen gab.

Da die Stadt Zug sich mit den Eigentümern des Parktowers nicht über das Nutzungskonzept einig wurde, musste man vors Schiedsgericht. Dieses legte die Auflagen fest.

Gegen den Kredit von 437'000 Franken formiert sich von bürgerlicher Seite her nun Widerstand. Eine Motion verlangt, dass das Nutzungsrecht für den Raum nun doch wieder abgegeben werden soll.

Regionaljournal Zentralschweiz 17:30 Uhr