Gesucht: Gemeinderäte. Über die schwierige Suche nach Nachfolgern

Anfang Mai werden im Kanton Luzern die Gemeinderäte und -präsidenten neu gewählt. Besonders kleinere Gemeinden haben es schwer, neue Leute zu finden. Eine Tagung am Mittwoch in Luzern zeigte Lösungen auf. Ein zentraler Punkt: Die Gemeinderäte und -verwaltungen müssen sich weiterentwickeln.

83 Gemeinden gibt es im Kanton Luzern. Die meisten arbeiten mit dem klassischen Modell: Es gibt einen Gemeinderat und der Gemeindepräsident führt die Gemeindeverwaltung.

Durchschnittlich wendet ein Exekutiv-Mitglied einer Schweizer Gemeinde acht bis zwölf Stunden für sein Amt auf. Diese Zahlen verdeutlichte Professor Andreas Ladner von der Universität Lausanne am Gemeindetreffen in Luzern. Der Anlass wurde von der Beratungsfirma BDO organisiert.

Flexibilität ist gefragt

Die meisten Gemeinderäte arbeiten im Nebenamt, gehen also tagsüber auch einem Beruf nach. So auch Ursi Burkart, die Gemeindepräsidentin der Luzerner Gemeinde Adligenswil. Sie ist ausserdem Sek-Schulleiterin in Neuenkirch: «Es ist sehr anspruchsvoll, alles unter einen Hut zu bringen - das Gemeindeamt, den Beruf und die Familie.» Das alles könne sie nur kombinieren, weil sie in allen Bereichen relativ flexibel ihre Zeit einteilen könne, so Burkart.

Momentan ist Adligenswil gerade daran, auf das Geschäftsführermodell umzustellen. Es soll also weiterhin einen gewählten Gemeinderat geben, dieser wird aber von einer Gemeindeverwaltung unterstützt, welche durch einen Geschäftsführer geleitet wird. Das System hat zum Ziel, dass der Gemeinderat entlastet wird.

Es muss nicht immer die grosse Veränderung sein

Adligenswil wird bei der Umstellung von der Firma BDO beraten, genauer von Patrick Deicher. Er sagt: «Die Umstellung auf ein neues Modell geschieht nicht von heute auf Morgen. Und es braucht dafür viel Offenheit der Betroffenen.» Denn seine Aufgabe sei es auch, unangenehme Fragen zu stellen. Zum Beispiel: «Ist dies oder das in der Gemeindeverwaltung wirklich nötig oder kann es abgeschafft werden?»

Das Geschäftsführermodell sei aber nicht die einzige Möglichkeit für eine Gemeinde, die Arbeit im Gremium attraktiver zu gestalten, so Deicher weiter. «Beispielsweise kann es nur schon helfen, die Aufgaben und Erwartungen innerhalb des Gemeinderats genauer zu definieren.» Dadurch werde auch nach aussen klarer, auf was man sich bei einem solchen Amt einlasse.