Gewitter zerstört Zelte von Zuger Blauringgruppe in Scuol

Ein heftiges Gewitter hat in der Nacht auf Montag im Unterengadin mehrere Zelte einer Blauringgruppe aus dem Kanton Zug zerstört. Drei Frauen wurden verletzt. Kurz bevor dies bekannt wurde, sprach Anastas Odermatt, Co-Leiter von Jungwacht Blauring Schweiz, über die Sicherheit in Lagern.

Eine weisse Zeltplane, die weggeweht wurde, liegt am Boden.

Bildlegende: Trotz der Zerstörung: Das Lager in Scuol wird wieder aufgebaut und fortgeführt. zvg

Der stürmische Wind riss eines der beiden grossen Zelte aus der Verankerung und fegte es 70 Meter weit in die Bäume, wie die Bündner Polizei mitteilte. Das zweite grosse Zelt wurde von einem Baum niedergedrückt. Ausserdem wurden drei Gruppenzelte zerstört.

Eine Frau wurde von einer Stange am Kopf getroffen. Sie und zwei weitere Leiterinnen, die einen Schock erlitten, wurden zur Überwachung mit der Ambulanz ins Spital überführt. Zwei der drei Verletzten konnten das Spital bereits wieder verlassen. Alle weiteren Kinder und Jugendlichen seien wohlauf, hiess es.

Lager wird fortgeführt

Die Betroffenen gehören zu einem Sommerlager einer Blauringgruppe im Kanton Zug. Die 23 Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren befinden sich zusammen mit 17 Leiterinnen und vier Hilfspersonen in einem zweiwöchigen Zeltlager. Sie waren am Sonntag in Scuol angereist.

Die Teilnehmerinnen des Lagers werden vorübergehend im «Pfadihaus» untergebracht. Die Eltern sind laut Polizei informiert. Die Lagerleitung ist um neue Zelte besorgt. Der Lagerplatz wird von Helfenden neu aufgebaut. Einsatzkräfte der Feuerwehr Pisoc hatten bereits in der Sturm-Nacht fort gewehtes Zeltmaterial geborgen.

«  Auch mit mehr Kontrollen könnten Unfälle nicht 100-prozentig vermieden werden. »

Anastas Odermatt
Co-Präsident Jungwacht Blauring Schweiz

Bevor der jüngste Zwischenfall bekannt wurde - also unabhängig davon - sprach das Regionaljournal Zentralschweiz von Radio SRF mit Anastas Odermatt aus Steinhausen, Co-Präsident von «Jungwacht Blauring Schweiz», über Sicherheitsmassnahmen in Sommerlagern. Ausschlag dafür gab der Unfall im Lager der Jungwacht Ebikon, im Sommer 2014. Damals brach in einem Holzturm ein Boden ein, neun Jugendliche wurden verletzt.

«Vorbildlich reagiert»

Odermatt sagt: «Die Verantwortlichen haben damals vorbildlich schnell reagiert und das Möglichste getan. Genau so, wie wir es in der Ausbildung vermitteln.» Der Unfall sei daraufhin in den Leiter-Kursen diskutiert worden und habe zu einer grösseren Sensibilisierung der jugendlichen Leiterinnen und Leiter geführt. Gleichzeitig ist Anastas Odermatt überzeugt: «Auch mit mehr Kontrollen könnten Unfälle nicht 100-prozentig vermieden werden.» Gewisse Freiheiten und Vertrauen müssten die jungen Leute geniessen.