Green Power Uri stellt Betrieb ein - zur Freude der Anwohner

Das Urner Biomassekraftwerk in Altdorf wird nach dem Grossbrand im November nicht wieder aufgebaut. Das hat der Verwaltungsrat der Green Power Uri AG beschlossen. Er nennt vorab wirtschaftliche Gründe für den Verzicht. Die Anwohner sind erleichtert, weil sie unter Geruchsemissionen litten.

Ruinen der Green Power Uri AG

Bildlegende: Das Biomassekraftwerk der Green Power Uri AG wird nicht mehr wieder aufgebaut. SRF

«Es ist ein schwieriger, aber schlussendlich vernünftiger Entscheid», sagt der Verwaltungsratspräsident Jörg Wild zum definitiven Aus der Green Power. Ein Neubau würde den künftigen Betrieb verteuern, zudem sei der Wettbewerbsdruck stärker geworden und wirke sich negativ auf die Annahmepreise für Grüngut und Speisereste aus, hat der Verwaltungsrat am Dienstag informiert. Aus wirtschaftlichen Überlegungen wird deshalb ein Schlussstrich gezogen.

Probleme mit Gestank

Ein weiterer wichtiger Grund sind die vergangenen Probleme mit Geruchsemissionen. Am bisherigen Standort ist es bei ungünstigen Windverhältnissen im angrenzenden Wohnquartier oft zu unangenehmen Gerüchen gekommen. «Auch mit einem Neubau könnten Geruchsprobleme nicht ausgeschlossen werden», sagt Jörg Wild.

Freudentag für Anwohner 

Die Anwohner hatten sich in der Vergangenheit immer wieder wegen des Gestankes gewehrt. Es wurden bauliche Verbesserungen vorgenommen, die Situation habe sich aber nicht wirklich verbessert.

«An manchen Tagen hat es derart bestialisch gestunken, dass es Brechreiz auslöste», sagt Franz Imhof, der Nähe der abgebrannten Anlage wohnt. «Wir hätten uns gegen einen Wiederaufbau vehement gewehrt», sagt Franz Imhof, «deshalb wird der heutige Tag mit dem Entscheid zur Betriebseinstellung zum Freudentag.»    

Die Brandruine zeigt schwarze, verkohlte Betonwände.

Bildlegende: Die Brandruine neben der Ara in Altdorf wird voraussichtlich abgerissen. SRF

Keine Änderung für Kunden

Private und Gastrobetriebe im Kanton Uri können Grüngut und Speisereste weiterhin in eine Sammlung geben. Mit der zentralen Organisation für Abfallbewirtschaftung im Kanton Uri sind entsprechende Verwertungslösungen vereinbart. Das Urner Grüngut wird in die Kantone Nidwalden, Obwalden und Schwyz geführt und zu Strom und Kompost weiterverarbeitet.

Brandursache unbekannt

Das Biomassekraftwerk in Altdorf ging 2009 in Betrieb und produzierte aus Grüngut und Speiseresten jährlich Strom für rund 150 Haushalte. Am 3. November 2012 zerstörte ein Brand Teile der Anlage. Die Ursache ist gemäss den Betreibern noch ungeklärt. Im Vordergrund steht ein technischer Defekt.