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Handballer in die Bundesliga Sportlich ein grosser Schritt – aber auch finanziell?

Die Luzernerin Xenia Hodel und der Urner Lukas von Deschwanden wechseln für zwei Jahre in die deutsche Bundesliga.

Legende: Audio Xenia Hodel und Lukas von Deschwanden wagen den Schritt in die Bundesliga. abspielen. Laufzeit 05:25 Minuten.
05:25 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 17.06.2018.

Lukas von Deschwanden und Xenia Hodel konnten diesen Frühling den Schweizer Meistertitel feiern. Die 19-Jährige Luzernerin gewann den Titel mit den Spono Nottwil Eagles. Sie wechselt nun zum TSV Bayer 04 Leverkusen. Der 29-Jährige Urner von Deschwanden stand mit Wacker Thun am Ende der Saison zuoberst auf dem Podest. Er versucht sein Glück beim TVB 1989 Stuttgart.

Unterschiedliche Karrieren, gleicher Schritt

Ein Wechsel nach Deutschland ist das Ziel vieler Schweizer Handballerinnen und Handballer. Die beiden Zentralschweizer wagen diesen zum gleichen Zeitpunkt – stehen aber an ganz unterschiedlichen Punkten in ihrer Karriere.

Xenia Hodel schliesst diesen Sommer die Matura ab. Sie wird als grosses Handball-Talent gehandelt. «Es war schon länger ein Traum von mir, irgendwo in einer grossen Liga Handball zu spielen», sagt die Luzerner Rückraumspielerin. Dieser Wechsel-Wunsch habe sich in den letzten Jahren verstärkt. «Der Schulabschluss ist der richtige Moment, um diesen Schritt zu wagen. Jetzt kann ich schauen, ob mir das passt oder nicht», präzisiert Hodel.

Xenia Hodel im Dress der Schweizer Nationalmannschaft.
Legende: Xenia Hodel, hier im Dress der Schweizer Nationalmannschaft, spielt seit dem Alter von neun Jahren für die Spono Nottwil Eagles. Keystone

Lukas von Deschwanden hingegen ist mit 28 Jahren im besten Handballer-Alter. Der studierte Sportwissenschaftler war auch schon Cupsieger und spielte mit Wacker Thun in der Champions League. «Als junger Handballer schaut man immer auf die Bundesliga und will dann natürlich selber auch in Deutschland spielen», sagt der Altdorfer, der ebenfalls Rückraumspieler ist.

Finanzieller Aspekt nicht im Mittelpunkt

Beide Spieler unterzeichneten einen Vertrag über zwei Jahre – mit einem grossen Unterschied: Lukas von Deschwanden wird in Stuttgart vom Handballspielen leben können. Seinen Lohn möchte er aber nicht offenlegen. «Ich habe meinen Vertrag mit dem Schweizer Internationalen Andy Schmid angeschaut und er sagte mir, dass ich davon leben könne», sagt von Deschwanden. In Deutschland würden «Netto-Verträge» abgeschlossen, so dass man mit dem Lohn beispielsweise keine Steuern mehr bezahlen muss. Diese werden vor dem Auszahlen bereits vom Lohn abgezogen.

Handballer wirft den Ball Richtung Tor.
Legende: Lukas von Deschwanden ist seit Sommer 2009 bei Wacker Thun. Ab Herbst spielt er für den TVB 1989 Stuttgart. Keystone

Anders ist es bei Xenia Hodel. Sie verdient nur etwa 1000 Euro bei Bayer Leverkusen. «Der Verein will, dass sich die Spielerinnen ein zweites Standbein aufbauen. So hat man eine Rückversicherung, wenn man einmal nicht mehr Handball spielen kann», sagt Hodel. Vom Lohn leben sei nicht möglich. Darum absolviert die Luzernerin bei Bayer Leverkusen eine Ausbildung als Kauffrau im Büromanagement.

Den Wechsel selber eingefädelt

«Als Handballer aus der Schweiz muss man selber signalisieren, dass man in die Bundesliga wechseln will», sagt von Deschwanden. Ihm habe der Luzerner Andy Schmid mit seinen Kontakten geholfen. Ähnlich lief es bei Xenia Hodel: «Ich habe meinen Trainern gesagt, dass ich gerne Wechseln würde. Und sie haben halt ihre Kontakte und so meldete sich dann Bayer Leverkusen bei mir.»

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

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