Hilfsangebot auf dem Luzerner Strassenstrich wird eingestellt

Den Prostituierten auf dem Luzerner Strassenstrich steht zurzeit keine Beratung zur Verfügung. Der Luzerner Verein für die Interessen der Sexarbeitenden (Lisa) hat entschieden, die im Rahmen des Projekts Hotspot vor Ort angebotene Hilfe vorübergehend einzustellen.

Der Vorstand habe beschlossen, einen Zwischenhalt zu machen und im Gebiet Ibach den Container, in dem die Hilfe angeboten wurde, vorläufig zu schliessen, teilt Lisa mit.

Der Verein begründet dies mit der Gewalt, die auf dem Strassenstrich herrscht. Eine Prostituierte, die in Ibach auf den Strich gegangen ist, ist im September getötet worden. Zudem wurden gemäss Lisa ehrenamtliche Hotspot-Mitarbeiterinnen bedroht.

Der Vorstand von Lisa wolle sich die Zeit nehmen für eine Standortbestimmung. Weiter wolle man das Konzept und Fragen zur Finanzierung klären.

Prostituierte in einem Industriegebiet.

Bildlegende: Prostituierte (hier ein Bild aus Lausanne) auf dem Luzerner Strassenstrich müssen auf die Beratung verzichten. Keystone

Das auf 18 Monate befristete Pilotprojekt läuft im Mai 2015 aus. Es wurde vom Kanton Luzern, von der Stadt Luzern und vom Bundesamt für Gesundheit unterstützt. Der Vorstand erwarte von der öffentlichen Hand konkrete Unterstützung, damit Hotspot unbefristet und so sicher wie möglich weitergeführt werden könne, teilte Lisa mit.