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Die Kleine Schliere in Alpnach: Ein friedlicher Bach, der ziemlich wild werden kann
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 08.11.2019.
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Hochwasserschutz in Alpnach Ein Dorf will seinen Bach im Griff behalten

Die Kleine Schliere hat schon oft für Überschwemmungen gesorgt. Nun stimmt Alpnach über ein 35-Millionen-Schutzprojekt ab.

Die Ausgangslage: Die Kleine Schliere in Alpnach - ein Dorfbach, der friedlich dahinfliesst. Doch das kann sich schnell ändern, sagt Regula Gerig, Gemeinderätin und Bauvorsteherin in Alpnach: «Die Kleine Schliere ist ein unberechenbarer Wildbach - bei Gewittern im Schlierental kann er sehr schnell anschwellen und zur Gefahr werden, weil er viel Geschiebe mitbringt.»

Blick auf das Ufer der Kleinen Schliere, Wohnhäusern in Alpnach im Hintergrund.
Legende: Alpnach ist in den letzten Jahren immer näher an die Kleine Schliere herangerückt. SRF

1930 wurde der Schlierenkanal fertiggestellt, der Alpnach einige ruhige Jahrzehnte bescherte, nachdem das Dorf Ende des 19. Jahrhunderts von einer Serie von Überschwemmungen heimgesucht worden war. Bei den Unwettern von 2005 und 2013 zeigte sich jedoch, dass der Bach nichts von seiner Gefährlichkeit eingebüsst hat. Vor allem auch, weil das Dorf näher an sein Ufer gerückt ist - knapp 4000 Personen leben heute in gefährdetem Gebiet. Am 24. November nun stimmen die Alpnacherinnen und Alpnacher über ein Hochwasserschutzprojekt ab.

Blick auf die Kleine Schliere während den Unwettern von 2005: Das Wasser ist hoch und braun und schwappt beinahe über die Ufer.
Legende: Vom friedlichen Gewässer zum tosenden Wildbach: Die Kleine Schliere bei den Unwettern von 2005. ZVG Gemeinde Alpnach

Das Projekt: Geplant sind vier Massnahmen. Im Gebiet Chlewigen soll einerseits ein neues Entlastungsbauwerk verhindern, dass zu viel Wasser und Geschiebe in den Schlierenkanal fliesst. Andererseits soll dieser Kanal saniert und verstärkt werden. Dritter Bestandteil des Projekts ist die Renaturierung des Unterlaufs der Kleinen Schliere; wo nötig, soll das Flussbett verbreitert werden. Und viertens soll schliesslich ein Entlastungskorridor geschaffen werden - damit soll bei Grossereignissen ein Teil des Wassers, das der Kanal nicht mehr fassen kann, kontrolliert dem See entgegenfliessen.

Übersichtskarte über die geplanten Massnahmen gegen Hochwasser in Alpnach.
Legende: Ein Entlastungsbauwerk, ein sanierter Kanal, ein renaturiertes Flussbett und ein Entlastungskorridor: Die vier Bestandteile des Hochwasser-Schutzprojekts. ZVG Gemeinde Alpnach

Die Kosten: Die Gesamtkosten werden auf 35,2 Millionen Franken veranschlagt. Allerdings beteiligen sich Bund und Kanton Obwalden daran - je nachdem, wie hoch die Bundesbeteiligung ausfällt, bleiben für Alpnach Kosten zwischen rund 6 bis 10 Millionen Franken.

Die Alpnacher Bauvorsteherin Regula Gerig am Ufer der Kleinen Schliere.
Legende: Regula Gerig, Bauvorsteherin von Alpnach: «Die Kleine Schliere schwillt bei Gewittern schnell an.» SRF

Die Diskussion: Die Vorlage kommt an die Urne, weil die Alpnacherinnen und Alpnacher über einen Kreditantrag zur Realisierung des Hochwasserschutz-Projekts befinden müssen. Anlass zu Kritik geben aber die Kosten, die für die Gemeinde trotz Beiträgen von Bund und Kanton beträchtlich bleiben. Ein offizielles Gegnerkomitee gibt es nicht. Von den Parteien hat einzig die SVP die Nein-Parole gefasst - und auch sie nur knapp. Besonders die ökologischen Massnahmen und die Renaturierungen seien zu teuer, heisst es bei der SVP. Die anderen Ortsparteien stehen hinter dem Projekt.

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