«Ich bin Künstlerin geworden, um frei zu sein»

Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth ist die erste Person, die vom Lucerne Festival zum zweiten Mal als «Composer in Residence» eingeladen wurde. Die 48-Jährige hat sich als vielseitige, zeitgenössische Komponistin einen Namen gemacht.

Porträt Olga Neuwirth vor einer Holzwand

Bildlegende: Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth bedient sich in ihren Werken verschiedener Genres. Lucerne Festival/ Priska Ketterer

Olga Neuwirth holt sich für ihre Werke Impulse aus Literatur, Kunst, Film, Comic oder der Wissenschaft. Sie hat unter anderem mit der Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zusammen gearbeitet.

Die 48-jährige Komponistin bedient sich verschiedener Musikstile und vermischt auch mal Pop- und Hochkultur. Immer wieder überschreitet sie Grenzen und bricht Regeln.

«Kunst ist für mich Freiheit. Ich war vielleicht naiv, aber ich dachte, mit der Kunst kann ich Fantasievolles ausprobieren. Ich musste schon früh merken, dass es unglaublich viele Regeln gibt», sagt Olga Neuwirth gegenüber Radio SRF - Regeln auch in der zeitgenössischen Musik. Olga Neuwirth hält davon nichts und durchbricht diese immer wieder.

Sie spricht aus was sie denkt

Die Komponistin ist ein sehr politischer Mensch, kämpft gegen Rassismus und kritisiert offen die klassische, männlich dominierte Musikszene und die ungleiche Behandlung von Männern und Frauen in diesem Geschäft. «Vielleicht ecke ich deshalb auch oft an. Ich bin es gewohnt, dass man das, was man denkt, auch ausspricht».

Am Lucerne Festival in diesem Sommer werden mehrere Werke von ihr aufgeführt. Das Programm habe sie selber zusammengestellt und «auch dafür musste ich ein bisschen kämpfen».

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr