«In Menznau kennt jeder jeden - die Betroffenheit ist riesig»

«In jedem Geschäft brennen Kerzen, man sucht die Nähe zueinander, weiss aber nicht, was sagen.» So beschreibt die ehemalige Gemeindeschreiberin Marlis Roos die Situation in Menznau.

Portraitbild von Marlis Roos. Sie ist die ehemalige Gemindeschreiberin von Menznau.

Bildlegende: Marlis Roos, die ehmalige Gemeindeschreiberin, sucht wie viele Menznauer immer noch nach Antworten auf die Bluttat. zvg

Die Situation in Menznau sei speziell. Jeder habe eine Person im Bekanntenkreis, die in der Firma Kronospan, oder der «Holzi» wie man in Menzau sagt, arbeitet. So erklärt Marlis Roos, Luzerner Kantonsrätin und  ehemalige Gemeindeschreiberin von Menznau und Kantonsrätin, die tiefe Betroffenheit in der Gemeinde Menznau.

«Man sucht die Nähe zueinander, weiss aber trotzdem nicht recht, was sagen. Jedes Mail, Telefonat oder Gespräch beginnt mit dem Tötungsdelik in der Kronospan.» Wie lange es gehe, bis wieder so etwas wie Alltag im Dorf einkehre, das wisse sie nicht, sagt Marlis Roos im Gespräch mit dem Regionaljournal Zentralschweiz.

Marlis Roos ist auch als Politikerin auf der Suche nach Antworten. Sie glaubt jedoch nicht, dass die Politik Mittel hat, um eine solch schreckliche Tat zu verhindern. Das Verschärfen der Gesetze und der Vorschriften reichten nicht aus. Man müsse bei der Gesellschaft ansetzen und vermehrt im Bekanntenkreis auf Signale achten und reagieren.