Iris Studer: «Heutzutage sind immer alle unschuldig»

34 Jahre lang stand Iris Studer im Dienste der Zuger Justiz - zuletzt während 11 Jahren als Präsidentin des Obergerichts. Nun geht sie in den Ruhestand und schaut auch kritisch auf die Veränderungen zurück.

Die abtretende Zuger Obergerichtspräsidentin Iris Studer.

Bildlegende: Die abtretende Zuger Obergerichtspräsidentin Iris Studer. SRF

Als sie 1981 als Gerichtsschreiberin anfing, sah das Gerichtswesen noch ganz anders aus, sagt Iris Studer. Nur gerade zwei Gerichtsschreiber waren es damals, heute sind es fast zwanzig. Mehr und komplexere Fälle hätten dazu geführt, was insbesondere auch damit zusammen hängt, dass Zug zum internationalen Wirtschaftsstandort geworden ist.

«  Die Urteile werden nicht mehr so akzeptiert wie früher, man zieht alles bis ans Bundesgericht weiter. »

Iris Studer
Zuger Obergerichtspräsidentin

Iris Studer beobachtet aber auch, dass viele Leute prozessfreudiger geworden sind. «Die Urteile werden nicht mehr so akzeptiert wie früher, man zieht alles bis ans Bundesgericht weiter», bedauert Iris Studer. Ein Grund dafür könne aber auch sein, dass es zu viele Gesetze gebe, die zu wenig klar formuliert seien und deshalb zu viel Ermessensspielraum böten.