Kaum Widerstand gegen abgelegenes Asylzentrum in Realp

Das Bundesamt für Migration will am 10. Juni die Gebirgsunterkunft «Schweig» in Realp als Asylzentrum eröffnen. Die unterirdische Anlage bietet Platz für bis zu 100 Asylsuchende. Widerstand dagegen gibt es kaum, denn die Anlage liegt fernab von jeglicher Zivilisation.

Die schneebedeckte Strasse mit einem Verkehrsschild.

Bildlegende: Die Zufahrt zur Asylunterkunft Schweig ist wegen des vielen Schnees gesperrt. SRF

Obwohl die Zufahrt zur neuen Asylunterkunft wegen des vielen Schnees in diesen Tagen nicht möglich ist, glaubt Gemeindepräsident Armand Simmen, dass die Unterkunft ab dem 10. Juni bewohnt sein wird. «Nächste Woche wird die Bevölkerung direkt vom Bundesamt für Migration informiert, wer kommt, wie es abläuft und warum ausgerechnet in Realp», sagt der Gemeindepräsident. Der Info-Anlass findet am 4. Juni in der Turnhalle Realp statt.  

 «Wer nach Realp will, muss zu Fuss gehen»

Karte von Realp

Bildlegende: Das neue Asylzentrum des Bundes liegt 4 Kilometer ausserhalb von Realp in einem abgelegenen Seitental. Google Map

Die unterirdische, militärische Kaserne liegt vier Kilometer in einem Seitental ausserhalb von Realp. Im Zentrum werden vorwiegend junge Männer vorübergehend aufgenommen, welche von der Grenze für weitere Abklärungen nach Realp kommen. «Es ist vorgesehen, dass die Asylsuchenden höchstens fünf Wochen in Realp bleiben», so die Vorinformation des Gemeindepräsidenten.

Die Betreuung übernimmt die Firma ORS, für die Sicherheit wird die Securitas zuständig sein. Die Asylsuchenden können sich täglich zwischen 9:00 Uhr und 17:00 Uhr frei bewegen. Wer ins Dorf will, muss laufen. An den freien Wochenenden werden Bustransporte zu den Anschlüssen im Bahnhof Andermatt offeriert.

Arbeiten fürs Gemeinwohl

Vorgesehen ist, dass die Asylsuchenden arbeiten können. In Absprache mit der Korporation Urseren, mit der Furka-Dampfbahn und dem Tourismusverein sollen Landschaftsarbeiten verrichtet werden. «Die Asylsuchenden können Sträucher schneiden, Matten säubern oder Wanderwege ausbessern», sagt Gemeindepräsident Armand Simmen.

 Kaum Widerstand

Die Realperinnen und Realper würden gelassen reagieren, meint der Gemeindepräsident. «Wir haben schon viel vom Bund profitieren können, jetzt können wir etwas zurückgeben», sagt Armand Simmen. Die rund 150 Einheimischen hätten sich kaum negativ geäussert. «Wir sind gespannt und schauen, was auf uns zukommt», sagt der Gemeindepräsident. Die Asylunterkunft «Schweig» in Realp wird gemäss Bundesamt für Migration maximal bis zum 8. November 2013 betrieben.